Bistum Trier plant 2026 mit Defizit von 5,7 Millionen Euro

Bistum rechnet mit Finanzloch

Geringere Einnahmen und höhere Aufwendungen prägen das Bild. Das Bistum Trier setzt deshalb auf Konsolidierung und Haushaltssicherung. Und will ehrenamtliches Engagement mehr fördern. Denn das hauptamtliche Personal gehe zurück.

Bistum Trier  / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bistum Trier / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Das Bistum Trier rechnet für das Jahr 2026 mit einem Defizit von 5,7 Millionen Euro. Erträgen von 462,1 Millionen Euro stünden Aufwendungen von 467,8 Millionen Euro gegenüber, sagte Diözesanökonom Manfred Wagner am Mittwoch in Trier bei der Vorstellung des Haushaltsplans 2026.

Die Kirchensteuereinnahmen als wichtigste Finanzierungsquelle würden voraussichtlich weiter zurückgehen. "Wir rechnen für das Jahr 2026 mit 311 Millionen Euro, was einen Rückgang von rund 3 Prozent gegenüber dem Jahr 2025 bedeutet", so Wagner.

Austritte und Vertrauensverlust

Nach wie vor bewege sich das Bistum in einem Umfeld, das geprägt sei von "gesellschaftlichen Veränderungen, demografischem Wandel und wirtschaftlichen Herausforderungen, aber auch Kirchenaustritten und Vertrauensverlusten".

Gleichzeitig stiegen die finanziellen Aufwendungen beständig, insbesondere in den Bereichen Personal, Gebäudeunterhalt, Energie und bei pastoralen Angeboten. Geringere Einnahmen und höhere Aufwendungen zwängen das Bistum dazu, den Weg der "Haushaltssicherung durch Priorisierung von Aufgaben" weiterzugehen.

Ehrenamtliche mehr fördern

Generalvikar Ulrich von Plettenberg kündigte an, das Bistum wolle verstärkt ehrenamtliches und freiwilliges Engagement fördern. Dazu gehöre ein umfangreiches Programm an Fortbildungen für Ehrenamtliche. Zudem sollen hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger zu Ehrenamtskoordinatoren weitergebildet werden - "oder wie sie bei uns heißen: zu Engagemententwicklern", so der Generalvikar. Die Früchte würden sich "hoffentlich in den kommenden Jahren zeigen, wenn unser hauptamtliches Personal zurückgeht".

Es gehe dabei "nicht darum, Lücken zu schließen, die fehlende personelle Ressourcen hinterlassen". Das Bistum wolle Menschen vielmehr motivieren, "sich mit ihrem persönlichen Glauben und mit ihren je eigenen Fähigkeiten und Stärken in das kirchliche Leben vor Ort in den Pfarreien, Einrichtungen, Gruppierungen und Verbänden einzubringen".

Denn das sei "eine Schlüsselaufgabe, um Kirche zukunftsfähig zu machen", so der scheidende Generalvikar von Plettenberg (61), der seit 2016 amtiert. Nach Ostern 2026 soll der 1986 geborene Priester Tim Sturm neuer Generalvikar des Bistums Trier werden - und damit Stellvertreter des Bischofs in allen Verwaltungsangelegenheiten.

Bistum Trier

Das Bistum Trier ist das älteste in Deutschland. Es erstreckt sich über eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. Im Bistum Trier, das Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Belgien hat, leben etwa 2,5 Millionen Menschen, davon sind 1,1 Millionen katholisch. 

Als erster Bischof von Trier gilt der Heilige Eucharius im dritten Jahrhundert. Das spätere Erzbistum, dessen Oberhirten seit 1198 auch Kurfürsten waren, war eines der wichtigsten im alten Reich. Es umfasste ein Gebiet vom französischen Stenay an der Maas im Westen bis vor Gießen im Osten. 

Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA