Pontifikalamt am zweiten Weihnachtstag

"Nehmt euch vor den Menschen in Acht"

Am zweiten Weihnachtstag gedenkt die katholische Kirche des heiligen Stephanus und der bedrohten und verfolgten Christen. Weihbischof Rolf Steinhäuser verwies in seiner Predigt auf das Christentum als meistverfolgte Religion der Welt.

Steinigung des hl Stephanus (KNA)
Steinigung des hl Stephanus / ( KNA )

Steinhäuser zitierte dazu aus dem Evangelium mit den Worten Jesu: "Nehmt euch vor den Menschen in Acht." Der Kölner Weihbischof forderte die Gläubigen auf, Solidarität im Gebet und im aktiven Einsatz mit den Verfolgten zu zeigen.

Der Stephanstag sei jedoch auch ein Tag des Trostes und des Stolzes. "Der erste Märtyrer der Kirche habe auf Hass mit Vergebung geantwortet", erklärte Steinhäuser. Damit habe er die Spirale des Hasses durchbrochen. Das Blut der Märtyrer sei so zum Samen der Christenheit geworden.

Zweiter Weihnachtstag

DOMRADIO.DE hat am zweiten Weihnachtstag um 10 Uhr das Pontifikalamt im Kölner Dom mit Weihbischof Rolf Steinhäuser übertragen. Es sang der Mädchenchor am Kölner Dom unter der Leitung von Cécilia Bazile und Oliver Sperling.

Der Chor sang neben der Missa piccola von Oliver Sperling Werke von Mykola Leontovitch und John Rutter. Die Domorgel spielt Hoonbyeong Chae.


Lesung zum Fest des heiligen Stephanus: Apostelgeschichte 6,8–10; 7,54–60

In jenen Tagen tat Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und Leute aus Kilikien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten; aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen.

Als sie seine Rede hörten, waren sie in ihren Herzen aufs Äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen gegen ihn.

Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.

Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten einmütig auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß. So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!

Nach diesen Worten starb er.

Impuls zur Lesung

"Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf." (Joh 1,11) An den Gegenwind, den Jesus mit seiner befreienden Botschaft provozierte, erinnert das Johannesevangelium schon zu Beginn. Einander die bedingungslose Liebe zu erweisen, die Gott uns Menschen zuwendet, verändert das Leben, lässt aufatmen, macht unabhängig. Und das eckt an, das kratzt am Lebensentwurf so mancher, die sich in ihren Vorstellungen eingerichtet haben. Nicht nur Jesus erfährt das, auch die, die es ihm gleichtun, die jungen Gemeinden. Das steht im Hintergrund des Verses im Johannesprolog, das spiegelt sich im Schicksal des Stephanus. Bis zum letzten Wimpernschlag hat er an Gottes, an Jesu Lebens-Art festgehalten, selbst im Angesicht seiner Mörder, denen er wie Jesus sterbend vergibt: "Rechne ihnen diese Sünde nicht an!"

Quelle: Magnifcat - das Stundenbuch

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