Zur Aufführung kommen die "Missa Sancti Nicolai" in G von Joseph Haydn und andere Werke u. a. von Edward Elgar und Georg Friedrich Händel. An der Domorgel ist Hoonbyeong Chae.
Kirchlich steht am zweiten Feiertag die Emmausgeschichte im Mittelpunkt: Zwei Jünger gehen in tiefer Trauer über Jesu Tod von Jerusalem zu dem Dorf Emmaus. Unterwegs gesellt sich Jesus zu ihnen, doch sie erkennen ihn lange nicht. Hier zeigt sich Jesus nach biblischer Überlieferung erstmals nach seiner Auferstehung den Jüngern. Viele führen den Brauch des Osterspaziergangs auch auf diese biblische Geschichte zurück.
Impuls zum Evangelium am Ostermontag
"Er fragte – Er, der alles wusste“, schreibt die Lyrikerin Elisabeth Spies in ihrem Emmaus-Gedicht. Der unerkannte Jesus wirkt therapeutisch, er lässt sich von den Jüngern ihre Geschichte erzählen, also seine eigene, wie sie die beiden verstanden haben. Dann erklärt er, dass alles seinen Sinn hat und so kommen musste. – Auch wir brauchen in der Krise einen Menschen, der uns zuhört, der Klage Raum gibt, aber dann auch so frei ist, eine andere Sicht der Dinge darzulegen, die von unserer abweichen darf. Auch uns können dann die Augen aufgehen.
Wie oft ist der Herr mitten unter uns und wir erkennen ihn nicht … weil wir unserem brennenden Herzen nicht trauen! Die Schweizer Ordensfrau und Dichterin Silja Walter bringt unsere Erfahrung in diese Worte: „... immer ist dieser dritte Tag, da wir verzagt und ratlos nach Emmaus gehen und dich nicht sehen. Und doch bist du bei uns, Herr.“ Emmaus ist der Umkehrpunkt: Auf einmal erkennen wir, Gott ist da, Gott ist nah. Emmaus kann überall sein.