Pfarrer erfreut über zehn Jahre Taizégebet in Neuss-Rosellen

"Wärme und Geborgenheit von Taizé"

In St. Peter in Neuss-Rosellen wird mit einer Nacht der Lichter das zehnjährige Jubiläum des dortigen Taizégebets mitsamt Ehrengast aus Frankreich gefeiert. Für Pfarrer Norbert Fink hat das Gebet eine besondere Bedeutung.

Brennende Kerzen beim Taizé-Gebet / © Harald Oppitz (KNA)
Brennende Kerzen beim Taizé-Gebet / © Harald Oppitz ( KNA )

DOMRADIO.DE: Schon vor dem Gebet zur Feier an diesem Freitag kommt ein junger Bruder aus Taizé und dann haben die Jugendlichen noch Gelegenheit, mit ihm zu sprechen, auch über das Leben der Brüder und das europäische Jugendtreffen am Jahresende in Rostock. Wie ist das Ganze arrangiert?

Pfarrer Norbert Fink / © privat (privat)
Pfarrer Norbert Fink / © privat ( privat )

Pfarrer Norbert Fink (Kreisjugendseelsorger Rhein-Kreis Neuss): Wir treffen uns hier in der Kirche in St. Peter und dann ist Bruder Jérémie bereit, Rede und Antwort zu stehen, zu jeder möglichen Frage. Das können Fragen zum Leben in Taizé sein, zu seinem persönlichen Leben als Bruder und auch Glaubensfragen. Da ist es offen, was gefragt werden kann.

Je nachdem, welche Fragen kommen, wird der Bruder Jérémie sich den Fragen stellen. Ich glaube, er kann das sehr gut machen. Wir kennen ihn auch aus den Fahrten nach Taizé, wo er auch für die deutschen Gruppen zuständig ist, die er betreut. Der kann sehr gute Antworten geben, die verständlich sind und die teilweise sehr lustig sind, weil er sehr nett mit französischem Akzent Deutsch spricht.

DOMRADIO.DE: Wenn jetzt seit zehn Jahren in Neuss immer am Freitag dieses Gebet gehalten wird: Was bedeutet das für diese weltweite Gemeinschaft?

Fink: Ich glaube, vielen Menschen, die in Taizé waren, ist das ein Anliegen, Taizé auch zu Hause zu leben. Man kann das für sich alleine, mit Gebeten und Gesängen privat. Aber viel schöner ist es, so wie in Taizé auch diesen Glauben und diese Spiritualität mit anderen zu teilen.

Auch bei uns im Erzbistum Köln gibt es Gemeinden, die so ein Taizégebet anbieten. Hier in Neuss-Rosellen hat ein junger Mann vor zehn Jahren eine Leidenschaft für Taizé entwickelt. Er hat das Gebet hier installiert und andere mit ins Boot geholt.

Das ist ganz wichtig für die Gemeinde, dass es dieses Gebet hier gibt, weil es einfach den Leuten, die hierhin hinkommen, sehr gut tut, diese Atmosphäre, Wärme und Geborgenheit von Taizé zu spüren.

DOMRADIO.DE: Jetzt ist an diesem Freitag dieses ganz besondere Taizégebet, diese Jubiläumsfeier, organisiert ist das Ganze vom Team der Jungen Kirche im Rhein-Kreis Neuss und von Ehrenamtlichen der Gemeinde. Wie ist die Kirche da dekoriert?

Fink: Da gibt es ganz typisch wie in Taizé ganz viele brennende Kerzen. Auf dem Boden sind Bänke teilweise weggenommen worden und es ist ein Teppich hingelegt worden mit kleinen Gebetshockern, sodass man auf dem Boden sitzen kann, so wie Taize auch.

Es sind Ikonen aufgestellt und es ist eine Atmosphäre der Geborgenheit, der Ästhetik und der Schönheit. Die Kirche ist ausgeleuchtet mit LED-Leuchtern. Es ist wirklich schön. Wenn man reinkommt, möchte man direkt zum Gebet bleiben.

DOMRADIO.DE: Menschen aus dem ganzen Rhein-Neuss Kreis und auch darüber hinaus sind dabei. Es sind auch junge ukrainische Geflüchtete dabei. Was steuern die bei?

Fink: Die werden jeweils eine Lesung aus der Bibel auf Ukrainisch vortragen und ein Fürbittgebet auch auf Ukrainisch sprechen. Wir haben verschiedene Sprachen. Wir haben Polnisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und eben auch Ukrainisch, weil eine Bekannte von mir Flüchtlinge betreut und sie mit diesen jungen Geflüchteten kommen wird.

Und die haben sich bereit erklärt und möchten gerne auch für ihr Land und für den Frieden beten und eben in ihrer Sprache. Das wollen wir ihnen hier ermöglichen.

DOMRADIO.DE: Am Jahresende gibt es ein europäisches Taizé-Jugendtreffen. Dieses Mal findet es in Rostock statt. Wie ist da der Stand der Dinge?

Fink: Wir sind voll in der Planung. Es werden zurzeit Unterkünfte gesucht und Familien, die Pilger aufnehmen. Man kann sich jetzt ab November auch schon anmelden für das Taizé-Treffen auf der Homepage Taize.fr (dort findet sich die Übersichtsseite, auf taize.fr/de findet sich die deutsche Seite, d. Red). Da wird man dann verlinkt zu den europäischen Treffen und kann sich schon anmelden. Wichtig ist, dass genügend Unterkünfte gefunden werden, sodass die jungen Menschen, die aus ganz Europa kommen, eben nicht in Turnhallen schlafen müssen, sondern in Familien und dadurch Land und Leute praktisch kennenlernen und so auch kulturelle Begegnung im Geschehen kann.

Vom Erzbistum Köln wollen wir auch eine Busfahrt anbieten. Da kann man sich auch anmelden über www.taize-Koeln.de.

Taizé

Taize ist ein Symbol der ökumenischen Bewegung. Der Ort im südlichen Burgund ist Sitz einer christlichen Gemeinschaft und wurde zum Treffpunkt für Jugendliche aus aller Welt. Der Bruderschaft gehören rund 100 Männer aus etwa 30 Ländern an, die aus der evangelischen und katholischen Kirche stammen. Davon lebt etwa ein Viertel in kleinen Fraternitäten in Asien, Afrika und Südamerika. Diese Brüder teilen ihr Leben mit Straßenkindern, Gefangenen, Sterbenden und Einsamen.

Hände beim Taizé-Gebet / © Harald Oppitz (KNA)
Hände beim Taizé-Gebet / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
DR