Peru bereitet möglichen Papstbesuch vor

Auch ohne Bestätigung vom Vatikan

Auch ohne offizielles Ja aus dem Vatikan laufen in Peru die Vorbereitungen für einen möglichen Papstbesuch. Die Bischöfe halten eine Reise von Papst Leo XIV. im Spätherbst für sehr wahrscheinlich und nennen erste Ziele.

Limas Hauptplatz Plaza de Armas und die Kathedrale im historischen Zentrum / © RomanSlavik.com (shutterstock)
Limas Hauptplatz Plaza de Armas und die Kathedrale im historischen Zentrum / © RomanSlavik.com ( shutterstock )

Auch ohne formelle Bestätigung aus dem Vatikan bereitet sich die katholische Kirche in Peru auf einen möglichen Besuch von Papst Leo XIV. vor. Nach Angaben des Vorsitzenden der peruanischen Bischofskonferenz (CEP), Carlos García, gilt eine Reise des Papstes nach Peru zwischen November und der ersten Dezemberwoche als wahrscheinlich. 

Monsignore Carlos García Camader ist der Vorsitzende der peruanischen Bischofskonferenz / © Conferencia Episcopal Peruana
Monsignore Carlos García Camader ist der Vorsitzende der peruanischen Bischofskonferenz / © Conferencia Episcopal Peruana

Die Erfolgsaussichten bezifferte García auf rund 80 Prozent, betonte jedoch, dass Zeitpunkt und Ablauf weiterhin von vatikanischen Entscheidungsprozessen sowie diplomatischen und logistischen Faktoren abhängen. Als nahezu fixer Programmpunkt gilt nach Angaben der Bischofskonferenz ein Besuch in Chiclayo. 

"Der wichtigste Ort nach Lima ist Chiclayo. Das ist fix, zu hundert Prozent", sagte García laut dem Portal Aciprensa (Mittwoch) bei einer Pressekonferenz nach dem Ad-limina-Besuch der peruanischen Bischöfe in Rom. Der Pontifex war vor seiner Wahl Bischof des nordperuanischen Bistums, was dem Ort eine besondere symbolische Bedeutung verleihe. Weitere mögliche Stationen – etwa im Amazonasgebiet oder in Cusco – hingen von der verfügbaren Zeit und den geografischen Möglichkeiten ab. 

Einrichtung eines Organisationsteams

Ungeachtet der noch ausstehenden offiziellen Bestätigung will die Kirche in Peru frühzeitig mit den Vorbereitungen beginnen. Laut García soll ab März eine nationale Organisationskommission eingesetzt werden, um logistische, pastorale und sicherheitsrelevante Fragen zu koordinieren. 

Peru, Chiclayo: Gläubige halten ein Banner mit dem Bild des neu gewählten Papstes Leo XIV. hoch / © Guadalupe Pardo (dpa)
Peru, Chiclayo: Gläubige halten ein Banner mit dem Bild des neu gewählten Papstes Leo XIV. hoch / © Guadalupe Pardo ( dpa )

Die eigentliche Reiseplanung liege bei der vatikanischen Stelle, die Papstbesuche vorbereitet und mit staatlichen Stellen abstimmt. Während der Begegnungen in Rom habe der Papst eine enge persönliche und geistliche Verbundenheit mit Peru erkennen lassen, berichtete García. 

Die Gespräche seien von großer Vertrautheit geprägt gewesen; Leo XIV. habe mehrfach seine Zuneigung zum Land bekundet. Der Papst bewahre zudem eine Darstellung des "Señor de los Milagros" auf, die ihn in seinem täglichen Gebet begleite. "Peru ist im Herzen des Papstes", sagte García. 

Die Bischöfe riefen die Bevölkerung dazu auf, sich unabhängig vom endgültigen Reisebeschluss innerlich auf einen möglichen Besuch vorzubereiten. Es gehe nicht um einzelne Stationen, sondern um eine landesweite geistliche Vorbereitung auf das Kommen des Papstes, betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

Die katholische Kirche in Peru

Peru ist für die katholische Kirche eine wichtige Bastion in Lateinamerika, von den 31 Millionen Einwohnern gelten 90 Prozent als katholisch. Die Kirche hat viele Entwicklungsprojekte und setzt sich für den Schutz der indigenen Minderheiten ein, die gerade im Amazonasgebiet durch den Raubbau an der Natur und die zunehmenden Flussverschmutzungen infolge des illegalen Goldabbaus in ihren Lebensgrundlagen bedroht werden.

Gläubiger in Peru mit Rosenkranz / © Geraldo Caso (dpa)
Gläubiger in Peru mit Rosenkranz / © Geraldo Caso ( dpa )
Quelle:
KNA