Pax Christi warnt Bischöfe vor Kriegsplanungen

"Seelsorge für den Menschen"

Kirchen und Krieg? Die katholische Friedensbewegung Pax Christi kritisiert eine mögliche Beteiligung der Kirchen an den Planungen der Bundeswehr. In einem Brief an zwei norddeutsche Bischöfe äußert sie "große Bestürzung".

Soldaten der Bundeswehr / © Michael Kappeler (dpa)
Soldaten der Bundeswehr / © Michael Kappeler ( dpa )

Der Regionalverband der katholischen Friedensbewegung Pax Christi in Hamburg und Osnabrück hat die katholischen Kirchenleitungen dafür kritisiert, sich auf mögliche Kriegsszenarien vorzubereiten. In einem Schreiben an den Hamburger Erzbischof Stefan Heße und den Osnabrücker Bischof Dominicus Meier warnt der Verband vor einer Einbindung kirchlicher Strukturen in militärische Strategien.

Hintergrund ist ein Bericht der Zeitschrift "Publik-Forum", wonach evangelische und katholische Kirchenleitungen an Konzepten mitarbeiten, die eine Beteiligung der Kirchen im Bündnis- oder Verteidigungsfall vorsehen. Demnach knüpfen die Überlegungen an den sogenannten "Operationsplan Deutschland" der Bundeswehr an. Seelsorge solle in diesem Zusammenhang dazu beitragen, Menschen im Kriegsfall emotional und seelisch zu stabilisieren.

"Seelsorge ist zweckfrei"

Pax Christi äußert darüber "große Bestürzung" und sieht darin eine Gefahr für das Selbstverständnis der Kirchen. In dem Schreiben heißt es, solche Planungen drohten Kirche und Seelsorge in eine sicherheitspolitische Logik einzubinden, die dem Evangelium widerspreche. 

Friedensdemonstration von Pax Christi auf dem Katholikentag in Erfurt / © Harald Oppitz (KNA)
Friedensdemonstration von Pax Christi auf dem Katholikentag in Erfurt / © Harald Oppitz ( KNA )

"Seelsorge ist ihrem Wesen nach zweckfrei. Sie dient dem Menschen, nicht einem System", betont die Friedensbewegung. Eine Kirche, die Kriegsszenarien mitplane, verliere ihr prophetisches Amt und ihre Glaubwürdigkeit als Friedensstimme.

Die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi entstand nach dem Zweiten Weltkrieg und ist heute in über 60 Ländern vertreten. Die deutsche Sektion wurde 1948 gegründet. Nach eigenen Angaben hat sie heute etwa 5.000 Mitglieder. Die Bewegung versteht sich heute als ökumenisch offen und in der Tradition der Friedenslehre des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Pax Christi

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. (pax christi)

Friedenstauben (dpa)
Friedenstauben / ( dpa )
Quelle:
KNA