Patriarch im Libanon ruft zum Frieden auf

"Beten wir für ein Ende dieses und aller Kriege"

Ein Ende des Nahost-Krieges ist weiter nicht in Sicht. Auch im Libanon gehen die Kämpfe weiter. Nun meldet sich das Kirchenoberhaupt des Landes mit einem Appell zu Wort. Frieden sei ein Geschenk Gottes, so der maronitische Patriarch.

Libanon: Trümmer bedecken eine Straße neben einem von einem israelischen Luftangriff getroffenen Wohnhaus in Dahieh, einem südlichen Vorort von Beirut / © Hussein Malla/AP (dpa)
Libanon: Trümmer bedecken eine Straße neben einem von einem israelischen Luftangriff getroffenen Wohnhaus in Dahieh, einem südlichen Vorort von Beirut / © Hussein Malla/AP ( dpa )

Der maronitische Patriarch Kardinal Béchara Raï hat seine Trauer über die Opfer der andauernden Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz geäußert. Bei einem Gottesdienst am Sonntag an seinem Sitz in Bkerke nahe Beirut beklagte er die Zerstörung von Häusern, Institutionen und Infrastruktur im Libanon. 

Libanesischer Patriarch Bechara Rai (Kathpress)
Libanesischer Patriarch Bechara Rai / ( Kathpress )

"Beten wir für ein Ende dieses und aller Kriege und dafür, dass sie durch Verhandlungen, einen Waffenstillstand, Dialog und diplomatische Bemühungen ersetzt werden", sagte das Oberhaupt der größten Kirche des Landes. 

Zugleich rief er auf zum Gebet für einen gerechten, umfassenden und dauerhaften Frieden. Frieden sei ein kostbares Geschenk Gottes, betonte der Patriarch, der im politischen und gesellschaftlichen Leben des Libanon hohes Ansehen und Einfluss genießt.

Maroniten

Die Maroniten sind die größte christliche Gemeinschaft im Libanon. Ihren Namen leiten sie von dem Einsiedler Maron ab, der beim nordsyrischen Apameia lebte und laut Überlieferung 410 starb. Zwischen dem Kloster Mar Maron und der byzantinischen Reichskirche gab es im 7. Jahrhundert dogmatische Spannungen. Zum Bruch mit Konstantinopel kam es 745 im Streit um die Einsetzung eines Patriarchen von Antiochien. Zu dieser Zeit hatten die Maroniten bereits einen eigenen Patriarchen gewählt. Die Tradition nennt ihn Johannes Maron.

Symbolbild: Ein Holzkreuz / © enterlinedesign (shutterstock)
Symbolbild: Ein Holzkreuz / © enterlinedesign ( shutterstock )
Quelle:
KNA