Papst will Ökumene mit Christen in Ägypten stärken

"In Liebe und Versöhnung wachsen"

Papst Franziskus forciert seine Ökumenebestrebungen: Nun hat er an den koptischen Patriarchen Tawadros II. appelliert, die gemeinsamen Bemühungen um eine "sichtbare Einheit in Verschiedenheit" zu intensivieren.

Franziskus mit dem Papst der koptischen Christen, Tawadros II. / © Ciro Fusco (dpa)
Franziskus mit dem Papst der koptischen Christen, Tawadros II. / © Ciro Fusco ( dpa )

In einer am Mittwoch veröffentlichten Botschaft an das Kirchenoberhaupt in Ägypten verwies Franziskus auf die Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe, die beide bei einem Treffen vor zwei Wochen in Kairo unterzeichnet hatten. Die katholische und die koptische Kirche sollten "in Liebe und Versöhnung wachsen", so der Papst.

Anlass des Schreibens war der Jahrestag des ersten Besuchs von Tawadros II. im Vatikan am 10. Mai 2013. Der Tag wird von den seit Jahrhunderten getrennten Kirchen als "Tag der Freundschaft zwischen der koptisch-orthodoxen und der katholischen Kirche" begangen. Die Kopten bilden mit einem Bevölkerungsanteil von schätzungsweise zehn Prozent die größte christliche Minderheit in Ägypten.

"Geist des Friedens"

Franziskus bekundete "Freude und Dankbarkeit für die geistlichen Bande", die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Patriarchatssitz bestünden. Der "Geist des Friedens" solle beiden Glaubensgemeinschaften Hoffnung, Freundschaft und Harmonie schenken, bat er.

Im Rahmen eines zweitägigen Kairo-Besuchs war Franziskus am 28. April von Patriarch Tawadros II. empfangen worden. Die ökumenische Begegnung stand im Zeichen der jüngsten Anschläge auf koptische Kirchen. Auch das Dokument, das die beiden unterzeichneten, nennt das Leiden verfolgter Christen aller Konfessionen ein "Zeichen und Werkzeug der Einheit".

Quelle:
KNA
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