Papst verschiebt wegen Knieproblemen Reise nach Afrika

Auf Bitten seiner Ärzte

Papst Franziskus hat seine für Anfang Juli geplante Afrika-Reise verschoben. Grund sind die anhaltenden Knieprobleme des Kirchenoberhaupts. Ein neuer Termin für die Reise steht noch nicht fest.

Der Papst ist mittlerweile oft auf den Rollstuhl angewiesen. / © Alessandra Tarantino (dpa)
Der Papst ist mittlerweile oft auf den Rollstuhl angewiesen. / © Alessandra Tarantino ( dpa )

"Auf Bitten seiner Ärzte und um die Ergebnisse der Therapie, der er sich wegen seines Knies unterzieht, nicht zu gefährden", sehe sich der Papst gezwungen, den Besuch zu verlegen, teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Freitag mit. Ein neuer Termin müsse noch festgelegt werden.

Franziskus leidet seit Monaten unter starken Knieschmerzen; seit Wochen kann er kaum stehen und absolviert die meisten öffentlichen Termine im Rollstuhl. Bei Papstmessen lässt er sich als Zelebrant immer öfter vertreten. Zu Beginn hatte der 85-Jährige noch über das "launenhafte" Knie gescherzt. Nach und nach räumte er aber ein, dass das Problem längerwierig sei als gedacht. Bei seiner Reise Anfang April nach Malta fügte er noch hinzu, dass man in seinem Alter eben nicht wisse, wie es bei solchen Gesundheitsproblemen am Ende ausgehe.

Reise in die Demokratische Republik Kongo und den Südsudan

Ursprünglich wollte Franziskus vom 2. bis 7. Juli zunächst in die Demokratische Republik Kongo und anschließend in den Südsudan reisen. Eine solche Reise steht schon seit langem auf der päpstlichen Agenda. Im Südsudan wollten ihn zudem der anglikanische Primas, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, und der Moderator der presbyterianischen Kirche Schottlands, Lord Jim Wallace, begleiten. Ziel ist eine ökumenische Friedensreise.

Geplant waren im Kongo Stops in Kinshasa und Goma. Auf dem Programm standen neben den üblichen Treffen mit Regierungs- und Religionsvertretern sowie Jugendlichen auch ein Austausch mit Opfern von Gewalt im Osten des Kongo. Dies sollte unweit der Stelle stattfinden, an der 2021 der italienische Botschafter Luca Attanasio bei einem Attentat auf einen Konvoi des Welternährungsprogramms (WFP) getötet wurde.

Im Südsudan sollte es nach Juba gehen. Dort war vor allem das Zusammentreffen von Franziskus mit dem ersten Präsidenten des Landes, Salva Kiir, und seinem Stellvertreter und Herausforderer Riek Machar mit Spannung erwartet worden. Die Vorbereitungen für die Reise waren seit Wochen in vollem Gange. Immer wieder hatte es aber auch zweifelnde Stimmen gegeben, ob die Gesundheit des Papstes eine solch anstrengende Reise in ein afrikanisches Land im Hochsommer zulasse.

Verschiebungen von Papstreisen

Nach aktuellem Stand will Franziskus weiterhin Ende Juli - vom 24. bis 30. - nach Kanada reisen. Es ist nicht die erste Papstreise, die abgesagt oder verschoben wird.

So hatte Franziskus den für 2020 geplanten Besuch auf Malta verschoben; Grund war hier die Corona-Pandemie. Im April holte er die Visite nach. Auch frühere Päpste haben geplante Reisen abgesagt. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) etwa verschob unter anderem Besuche im Irak, auf den Philippinen und in der Mongolei. Teils waren es auch bei ihm gesundheitliche Gründe.

Hintergrund: Papst Franziskus und seine Knieprobleme

Franziskus relativiert die Aussicht auf eine schnelle Besserung seiner starken Kniebeschwerden. "Das Knie will einfach nicht heilen", sagte er bereits im Frühjahr bei einer Generalaudienz. Er entschuldigte sich bei den Teilnehmern, dass er sie wegen der Beschwerden nur im Sitzen verabschieden könne. "Ich kann nicht lange stehen."

Papst Franziskus wird gestützt als er zur Feier der katholischen Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan eintrifft / © Alessandra Tarantino/AP (dpa)
Papst Franziskus wird gestützt als er zur Feier der katholischen Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan eintrifft / © Alessandra Tarantino/AP ( dpa )

Autor/in:
Anna Mertens
Quelle:
KNA