Papst trifft Jesiden aus Deutschland

"Nähe und Solidarität"

Papst Franziskus empfängt am Mittwoch eine Gruppe von Jesiden aus Deutschland im Vatikan. Schon mehrfach hat er sich für die religiöse Minderheit eingesetzt, die ursprünglich aus dem Irak, Syrien und der Türkei stammt.

Jesidisches Mädchen / © Boris Roessler (dpa)
Jesidisches Mädchen / © Boris Roessler ( dpa )

Die Begegnung solle vor der Generalaudienz in einem Saal nahe der vatikanischen Audienzhalle erfolgen, heißt es auf dem vatikanischen Internetportal Vatican News (Dienstag). Der Papst hat sich bereits mehrfach für die religiöse Minderheit eingesetzt, die vor allem im Irak der Verfolgung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ausgesetzt ist.

Wiederholt rief Franziskus die internationale Gemeinschaft zu einem Eingreifen im Nordirak auf. Neben dem Schutz der Christen forderte er ausdrücklich auch Hilfe für die Jesiden. 2015 spendete der Papst einen ungenannten Betrag für die Jesiden im Irak, den der Päpstliche Sondergesandte für das Land, Kardinal Fernando Filoni, überbrachte.

Erstmals Begegnung 2015

Auch bei der Begegnung am Mittwoch werde Franziskus "sicher große Nähe und Solidarität" gegenüber den Jesiden zeigen, sagte der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker dem Internetportal. Filoni war von 2001 bis 2006 Apostolischer Nuntius im Irak und gilt als Experte für den Nahen und Mittleren Osten.

Im Januar 2015 empfing Franziskus erstmals das weltliche und das geistliche Oberhaupt der verfolgten Jesiden, Mir Takhsin-beg und Baba Sheikh im Vatikan. Bei den Jesiden handelt es sich um eine monotheistische Glaubensgemeinschaft, die ursprünglich aus dem Nordirak, Nordsyrien und der südöstlichen Türkei stammt. Weltweit gibt es mehrere Hunderttausend Jesiden; in Deutschland leben derzeit bis zu 120.000.

Quelle:
KNA