Papst trifft 200 Künstler in der Sixtinischen Kapelle

"Erfahrung der Kirche als Freundin der Kunst beleben"

Die Sammlung für Moderne und Zeitgenössische Kunst in den Vatikanischen Museen feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass will Papst Franziskus 200 Künstler aus 30 Ländern in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan empfangen.

Papst Franziskus tauft 13 Kinder während der Heiligen Messe in der Sixtina / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus tauft 13 Kinder während der Heiligen Messe in der Sixtina / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Die vatikanische Kulturbehörde kündigte den für Freitag datierten Empfang in der Sixtina im Vorfeld an.

Kirche galt als einer der wichtigsten Kunstförderer

Papst Paul VI. am 29. Juni 1968 / © CNS photo (KNA)
Papst Paul VI. am 29. Juni 1968 / © CNS photo ( KNA )

1973 hatte der damalige Papst Paul VI. mit der Einrichtung einer zeitgenössischen Abteilung im Vatikan versucht, eine neue Brücke zwischen moderner Kunst und Kirche zu schlagen.

Noch bis ins 19. Jahrhundert war die Kirche einer der wichtigsten Förderer und Auftraggeber in bildender Kunst und Musik gewesen.

Papst trifft auf Kiefer und Schmitt 

Unter den Künstlern, die der Papst in der Sixtinischen Kapelle trifft, sind Maler, Bildhauer, Architekten, Musiker, Regisseure und Schauspieler.

Einer der bekanntesten Teilnehmer ist der deutsch-österreichische Maler und Bildhauer Anselm Kiefer.

Aus Frankreich ist unter anderen der Autor und Regisseur Eric-Emmanuel Schmitt dabei.

Etwa die Hälfte der Künstler kommt aus Italien

Die Populärkultur ist etwa mit dem niederländischen Geiger Andre Rieu vertreten, das zeitgenössische Industriedesign durch den Briten Ross Lovegrove. Einer der Ältesten ist der 87-jährige britische Regisseur Ken Loach.

Knapp die Hälfte der eingeladenen Künstler sind Italiener, darunter so unterschiedliche Persönlichkeiten wie der Rockmusiker Luciano Ligabue, die Schriftstellerin Susanna Tamaro und der Pianist Ludovico Einaudi.

Dialog und wechselseitiges Verstehen weiterentwickeln

Der Präfekt der vatikanischen Kulturbehörde erklärte im Vorfeld, man müsse "die Erfahrung der Kirche als Freundin der Kunst neu beleben" und den Dialog und wechselseitiges Verstehen weiterentwickeln.

Kirche und Kunst

Die Kirche war über Jahrhunderte hinweg die maßgebliche Institution zur Förderung von Kunst und Kultur. Neue Baustile und Techniken fanden meist in Architektur und Ausstattung sakraler Gebäude ihre Erstanwendung. Wenngleich die einstige Monopolstellung nicht mehr in dieser Form vorhanden ist, so legt die Kirche in der sakralen Kunst auch heute noch großen Wert auf Qualität.

Ein Glasfenster des Künstlers Markus Lüpertz in der Kirche Sankt Andreas / © Beate Laurenti (KNA)
Ein Glasfenster des Künstlers Markus Lüpertz in der Kirche Sankt Andreas / © Beate Laurenti ( KNA )
Quelle:
KNA