Papst sieht positive Entwicklung der katholischen Kirche

Sie bewegt sich immer vorwärts

Papst Franziskus sieht im Zweiten Vatikanischen Konzil und dessen Aufbrüchen einen Roten Faden zum Verständnis seiner eigenen Amtszeit. Das Kirchenoberhaupt äußerte sich im Vorfeld des zehnten Jahrestag seiner Wahl am 13. März.

Papst Franziskus / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

"Das Konzil war eines jener Dinge, die Gott in der Geschichte durch heilige Menschen vollbringt", sagte der Papst in einem Interview für die belgischen christlichen Wochenzeitungen "Tertio" und "Dimanche".

Blick in die Konzilsaula während des Zweiten Vatikanischen Konzils / © Ernst Herb (KNA)
Blick in die Konzilsaula während des Zweiten Vatikanischen Konzils / © Ernst Herb ( KNA )

Die Kirche bewege sich immer vorwärts. "Das Konzil hat die Tür zu einer größeren Reife geöffnet, die besser mit den Zeichen der Zeit übereinstimmt", so der Papst laut "Vatican News" (Mittwoch). Das Gespräch wurde demnach bereits Mitte Dezember geführt und kurz vor dem zehnten Jahrestag seiner Wahl (13. März) nun veröffentlicht.

Thema Synodalität

Auch das von ihm forcierte Thema Synodalität, also der innerkirchliche Beratungsprozess, führte Franziskus auf die Konzilszeit zurück. So sei der "Konzilspapst" Paul VI. (1963-1978) beeindruckt gewesen, dass die katholischen Ostkirchen ihre synodale Dimension bewahrt hatten. "Er kündigte daher die Einrichtung des Sekretariats der Bischofssynode an, um die Synodalität in der Kirche wieder zu fördern", erklärte Franziskus.

Papst Franziskus mit Teilnehmern zum Abschluss der Amazonas-Bischofssynode  / © Paul Haring (KNA)
Papst Franziskus mit Teilnehmern zum Abschluss der Amazonas-Bischofssynode / © Paul Haring ( KNA )

Bei der Amazonien-Synode im Oktober 2019 habe es eine "Reifung" in diesem Sinne gegeben, führte der Papst aus: "Und jetzt sind wir hier und müssen vorwärtsgehen." Das geschehe durch den aktuellen weltweiten Synodalen Prozess. "Die beiden Synoden zur Synodalität werden uns helfen, die Bedeutung und die Methode der Entscheidungsfindung in der Kirche zu klären", sagte Franziskus mit Blick auf die für Herbst 2023 und 2024 geplanten Versammlungen der Synode in Rom.

Kirche soll sich nicht verstecken

Zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft erklärt der Papst, dass Gebet und Gottesdienst nicht bedeuteten, sich in die Sakristei zurückzuziehen. "Eine Kirche, die nicht Eucharistie feiert, ist keine Kirche. Aber eine Kirche, die sich in der Sakristei versteckt, ist es auch nicht", so Franziskus: "Die Feier der Eucharistie hat Konsequenzen."

Das Leben des Jorge Mario Bergoglio/Franziskus

Franziskus ist der erste Papst der Kirchengeschichte aus Lateinamerika und der erste Jesuit im obersten Kirchenamt. Seine Wahl löste weltweit einen regelrechten Papst-Hype aus. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) zeichnet zentrale Stationen seines Lebens und seiner bisherigen Amtszeit nach:

Papst Franziskus lächelt (Archiv) / © Stefano dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus lächelt (Archiv) / © Stefano dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA