Papst ruft Kongolesen zum Kampf gegen Gier und Hass auf

Streben nach Frieden

In einem Gottesdienst mit der kongolesischen Gemeinde in Rom hat Papst Franziskus zum Streben nach Frieden aufgerufen. "Wer Ressentiments und Hass schürt, andere übergeht, handelt nicht im Namen Jesu", mahnte Franziskus im Petersdom.

Papst Franziskus lächelt während einer Messe, die er für die kongolesische Gemeinschaft im Petersdom hält / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Franziskus lächelt während einer Messe, die er für die kongolesische Gemeinschaft im Petersdom hält / © Andrew Medichini/AP ( dpa )

Der 85-Jährige rief zum Gebet für alle in der Demokratischen Republik Kongo auf. "Beten wir dafür, dass die Christen Zeugen des Friedens sind, die fähig sind, alle Gefühle von Groll und Rache zu überwinden und der Versuchung widerstehen, dass Versöhnung nicht möglich ist." Die Messe, an der rund 2.000 Personen teilnahmen, war geprägt von lauter Trommelmusik, viel Tanz und Jubelrufen.

Erinnerung an gemeinsame Aufgabe aller Christen

Arroganz, Gier und das Streben nach Besitz richte so viel Unheil an, auch in der Demokratischen Republik Kongo, beklagte Franziskus. Korruption, Betrug und Gerissenheit müssten ein Ende finden. Er erinnerte daran, dass die gemeinsame Aufgabe aller Christen die Mission sei. Es sei jedoch eine Krankheit der Christen, sich mit der Mittelmäßigkeit zu begnügen. Und im Angesicht der eigenen Annehmlichkeiten zufrieden in den Tag hinein zu leben. Jesus aber rufe jeden auf, die Frohe Botschaft, die Friedensbotschaft zu verkünden. Ohne große Vorbereitung und großes Gepäck. Der Frieden beginne im Herzen eines jeden Menschen, so der Papst.

Ursprünglich wollte Franziskus vom 2. bis 7. Juli zunächst in die Demokratische Republik Kongo und anschließend in den Südsudan reisen. Aus gesundheitlichen Gründen hatte der Vatikan die Reise auf einen bislang unbekannten Zeitpunkt verschoben. Am Sonntag hätte eine große Messe in Kinshasa stattfinden soll. Derzeit hält sich Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in der Demokratischen Republik Kongo auf.

Demokratische Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo ist nach Algerien der zweitgrößte Flächenstaat Afrikas und fast siebenmal so groß wie Deutschland. Auf einem Gebiet, das etwa einem Viertel der Größe der USA entspricht, leben rund 90 Millionen Menschen. Der Kongo ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 200 Ethnien. Das Land im Zentrum Afrikas, das von 1971 bis 1997 Zaire hieß, hat gemeinsame Grenzen mit Kongo-Brazzaville, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia und Angola.

Hügel mit grüner Wiese und Wäldern im Osten des Kongo, in der Region von Burhale / © Harald Oppitz (KNA)
Hügel mit grüner Wiese und Wäldern im Osten des Kongo, in der Region von Burhale / © Harald Oppitz ( KNA )

Quelle:
KNA