Papst ruft auf Malta zu Gastfreundschaft und Glaubensstärke auf

"Ganz und gar abhängig von Gott"

Am zweiten und zugleich letzten Tag seines Maltabesuchs hat Papst Benedikt XVI. bei einer großen Messe die Bevölkerung zu Gastfreundschaft aufgerufen. Zugleich mahnte er zum Vertrauen in den christlichen Glauben.

 (DR)

Fortgeschrittene Technik könne nicht allen Bedürfnissen genügen, sagte der Papst am Sonntagmorgen auf dem Kornspeicherplatz von Floriana, dem größten Platz der Insel. Letztlich bleibe der Mensch "ganz und gar abhängig von Gott". Nur er könne die Menschen vor Schaden bewahren und durch die Stürme des Lebens in einen sicheren Hafen bringen. An der Messe nahmen nach Angaben der Veranstalter 40.000 Menschen teil.

Anlass der zweitägigen Papstreise nach Malta ist die Ankunft des Apostels Paulus vor 1.950 Jahren. Jener hatte vor der Insel Schiffbruch erlitten und war von der Bevölkerung drei Monate lang gastfreundlich aufgenommen worden. Malta habe aufgrund seiner geografischen Lage im Laufe der Geschichte viele Reisende erlebt und viele Kulturen kennengelernt, führte der Papst aus. Der Reichtum und die vielfältige Kultur seien Zeichen, dass die Malteser aus diesen Begegnungen Gewinn gezogen hätten.

Jedoch handele es sich dabei stets um einen wechselseitigen Prozess, der Unterscheidungsvermögen voraussetze - auch in Zukunft, sagte Benedikt XVI. Nicht alle kulturellen Angebote und Vorschläge seien befolgenswert. Insbesondere sollte sich die katholische Bevölkerung nicht von ihrem Glauben abbringen lassen, mahnte das Kirchenoberhaupt. "Prüft sorgfältig, was ihr empfangt, und seht zu, dass ihr mit den anderen teilt, was ihr an Wertvollem besitzt". Mit rund 95 Prozent Katholiken gehört Malta zu den katholischsten Ländern der Welt.

Rückkehr am Abend
"Nicht alles, was die Welt von heute vorschlägt, ist wert, von den Maltesern angenommen zu werden", sagte der Papst. "Viele Stimmen versuchen uns einzureden, unseren Glauben an Gott und seine Kirche abzulegen und selbst die Werte und Glaubensüberzeugungen zu wählen, nach denen wir leben wollen. Sie sagen uns, dass wir Gott oder die Kirche nicht brauchen." Dies wäre jedoch eine falsche Richtung.

Nach der Messe und dem Mittagsgebet begibt sich der Papst in die Nuntiatur von Valletta, wo er gemeinsam mit den Bischöfen der Inselrepublik und seinem Gefolge zu Mittag isst. Für den Nachmittag ist ein Treffen mit Jugendlichen im Hafen der Hauptstadt Valletta vorgesehen. Am Abend will das Kirchenoberhaupt nach Rom zurückkehren.

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