Papst Leo XIV. trifft Häftlinge am Golf von Guinea

Treffen im Tropenregen

Papst Franziskus hat oft Menschen in Haftanstalten besucht und ihnen Mut gemacht. Nun ist auch sein Nachfolger Leo XIV. in Afrika erstmals im Knast gewesen. Die Begegnung wurde durch einen Sturzregen unvergesslich.

Äquatorialguinea, Bata: Papst Leo XIV. besucht am zehnten Tag einer 11-tägigen apostolischen Reise nach Afrika das Bata-Gefängnis / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Äquatorialguinea, Bata: Papst Leo XIV. besucht am zehnten Tag einer 11-tägigen apostolischen Reise nach Afrika das Bata-Gefängnis / © Andrew Medichini/AP ( dpa )

Am vorletzten Tag seiner Afrikareise hat Papst Leo XIV. erstmals eine Haftanstalt besucht. In der Küstenstadt Bata am Golf von Guinea besuchte er am Mittwochnachmittag (Ortszeit) ein Gefängnis, in dem vor allem Menschen mit langen Haftstrafen einsitzen.

In einer von heftigem Tropenregen begleiteten und streckenweise übertönten Ansprache im Innenhof machte der Papst den Häftlingen Mut und betonte, dass Menschenwürde und Hoffnung niemals verloren gingen. "Niemand ist von der Liebe Gottes ausgeschlossen!", so Leo XIV. "Jeder von uns, mit seiner eigenen Geschichte, seinen Fehlern und seinem Leid, ist und bleibt in den Augen des Herrn wertvoll." Den heftigen Regen kommentierte er spontan als ein "Zeichen des göttlichen Segens."

Gefangene gehören dazu

Auch die Strafgefangenen seien ein Teil des Landes, so der Papst weiter. Die Justiz solle die Gesellschaft schützen, doch müsse sie stets auf die Würde und das Potenzial jedes Einzelnen setzen. Er fuhr fort: "Wahre Gerechtigkeit zielt nicht so sehr darauf ab, zu bestrafen, sondern vor allem darauf, dabei zu helfen, sowohl das Leben der Opfer als auch das der Täter und der vom Übel geschädigten Gemeinschaften wiederaufzubauen."

Die kahlgeschorenen Häftlinge, deren frisch gewaschene und gebügelte Häftlingskleidung während der Rede des Papstes vom Regen rasch durchnässt wurde, ermunterte er, ihre Zeit im Gefängnis sinnvoll zu nutzen. Die Behörden müssten dafür sorgen, dass sie studieren oder in Würde arbeiten könnten.

Äquatorialguinea, Bata: Gläubige in traditionellen Kostümen treten für Papst Leo XIV. während seines Treffens mit jungen Menschen und Familien im Stadion von Bata auf / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Äquatorialguinea, Bata: Gläubige in traditionellen Kostümen treten für Papst Leo XIV. während seines Treffens mit jungen Menschen und Familien im Stadion von Bata auf / © Andrew Medichini/AP ( dpa )

"Das Leben wird nicht nur durch begangene Fehler bestimmt, die meist das Ergebnis schwerer und komplexer Umstände sind: Es gibt immer die Möglichkeit, wieder aufzustehen, zu lernen und ein neuer Mensch zu werden", führte er aus. Dem ebenfalls durchnässten Gefängnisdirektor und den Vollzugsbeamten rief der Papst zu, sie sollten Sicherheit, Respekt und Menschlichkeit gewährleisten, um die Häftlinge bei der Wiedereingliederung und der Erneuerung ihres Lebens zu begleiten.

Am Mittwochmorgen hatte der Papst sich bei einem Gottesdienst in der großen Basilika von Mongomo kritisch zur Lage in den Gefängnissen des kleinen Landes geäußert. Er beklagte, die Gefangenen müssten oft "unter besorgniserregenden hygienischen und sanitären Bedingungen leben".

Kranzniederlegung im Tropenregen

Nach dem Besuch im Gefängnis besuchte der Papst das Denkmal für die Explosionskatastrophe von 2021. Damals waren große Mengen Sprengstoff in einer Kaserne in Bata explodiert, mehr als 100 Menschen wurden getötet. Am Denkmal legte Leo XIV. im sintflutartigen Regen einen Kranz nieder. Anschließend war im Fußballstadion von Bata eine Begegnung mit Tausenden jungen Menschen vorgesehen.

Live: Papst Leo XIV. in Afrika

Am 13. April beginnt Leo XIV. seine bisher längste Auslandsreise als Papst und besucht vier Länder in zehn Tagen: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. DOMRADIO.DE überträgt alle wichtigen Stationen live in Kooperation und mit deutschem Kommentar von Vatican News.

Montag, 13. April

Rom – Algier

Quelle:
KNA