Papst Leo XIV. spricht mit Sudans Regierungschef über humanitäre Hilfe

Waffenstillstand dringend notwendig

Seit drei Jahren herrscht im Sudan Bürgerkrieg. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Nun war Regierungschef Kamil Idris im Vatikan, um über die Lage in seinem Land zu sprechen. Er war in Privataudienz bei Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. empfängt Kamil Al-Tayeb Idris, Premierminister des Sudan, am 11. Mai 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt Kamil Al-Tayeb Idris, Premierminister des Sudan, am 11. Mai 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Der sudanesische Regierungschef Kamil Idris hat im Vatikan über die Lage seines Landes gesprochen. 

Wie der Vatikan am Montag bekanntgab, war Idris zunächst von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen worden. Anschließend traf der Sudanese mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und einem Vertreter des vatikanischen "Außenministeriums" zusammen.

Bis zu 15 Millionen auf der Flucht

Bei den Gesprächen ging es laut Vatikan um die schwere Krise, die den vom Krieg zerrütteten Sudan seit Beginn der Kämpfe zwischen der Armee und der RSF-Miliz vor drei Jahren heimsucht. 

Viele Menschen im Sudan hungern / © Uncredited (dpa)
Viele Menschen im Sudan hungern / © Uncredited ( dpa )

Im Sudan und den angrenzenden Staaten sind unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen gut 11 Millionen und knapp 15 Millionen Menschen auf der Flucht. Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef leiden 21 Millionen der insgesamt rund 52 Millionen Sudanesen unter akutem Hunger.

Waffenstillstand dringend notwendig

In diesem Zusammenhang sei bei den Gesprächen im Vatikan erneut die dringende Notwendigkeit betont worden, einen Waffenstillstand zu erreichen, der Bevölkerung Hilfe zu leisten und einen aufrichtigen Dialog zwischen allen Parteien der sudanesischen Nation einzuleiten, hieß es anschließend. Ziel sei es, den Konflikt zu beenden und gemeinsam Frieden zu schaffen, so der Vatikan.

Sudan

Sudanesische Flagge / © BUTENKOV ALEKSEI (shutterstock)
Sudanesische Flagge / © BUTENKOV ALEKSEI ( shutterstock )

Der Sudan ist mit einer Fläche von 1,8 Millionen Quadratkilometern nach Algerien und dem Kongo der drittgrößte Staat Afrikas. Die Bevölkerungszahl wird nach jüngsten Schätzungen auf etwa 53 Millionen Menschen beziffert. Politisch instabile Verhältnisse, massive wirtschaftliche Probleme und eine unsichere Ernährungslage schlagen sich unter anderem im Entwicklungsindex HDI nieder: Dort steht der Sudan auf Platz 176 von 193 Nationen.

Quelle:
KNA