Papst Leo XIV. könnte Ende September nach Frankreich reisen

Besuche in Paris und Lourdes?

Paris und Lourdes könnten im September Reiseziele von Papst Leo XIV. sein. Frankreichs Bischöfe kündigen an, dies werde derzeit "ernsthaft geprüft". Papst Franziskus hatte um die Hauptstadt stets einen großen Bogen gemacht.

Eiffelturm in Paris / © saiko3p (shutterstock)

Frankreichs Bischöfe kündigen für Ende September einen möglichen Papstbesuch an. Dies werde derzeit "ernsthaft geprüft", berichteten französische Medien wie das Magazin "Le Pélérin" am Mittwochabend unter Berufung auf eine Erklärung der Bischofskonferenz. Als Stationen seien die Hauptstadt Paris und der Marienort Lourdes im Gespräch. Offiziell ist die Reise noch nicht; allerdings sei der Entscheidungsprozess bereits weit fortgeschritten.

Blick auf die Lourdesgrotte (Archiv) / © Pascal Bonnecaze (shutterstock)
Blick auf die Lourdesgrotte (Archiv) / © Pascal Bonnecaze ( shutterstock )

Mit Paris und Lourdes würde Leo XIV. in die Fußstapfen von Benedikt XVI. treten, der diese Orte im September 2008 besuchte. Dies war auch der letzte Staatsbesuch eines Papstes in Frankreich. Zwar war Frankreich das Land außerhalb Italiens, das Papst Franziskus am häufigsten besucht hat; er war 2014 in Straßburg, 2023 in Marseille und 2024 auf Korsika. Doch handelte es sich dabei um einen Besuch bei europäischen Institutionen beziehungsweise um pastorale Anlässe. Die Hauptstadt mied Franziskus, wie überhaupt das klassische "Alte Europa".

Wunsch der Bischöfe und Macrons

Die mögliche Reise von Leo XIV. geht laut der Mitteilung auf Bitten mehrerer Bischöfe zurück. Auch habe der Bischofskonferenz-Vorsitzende, der Marseiller Kardinal Jean-Marc Aveline, den Papst offiziell eingeladen. Staatspräsident Emmanuel Macron hatte dies bei seiner Vatikan-Visite vor einem Monat von Staatsseite "unterstützt".

Zuvor will Leo XIV. im Juni nach Spanien reisen, nach Madrid, Barcelona und auf die Kanarischen Inseln. Ein zusätzlicher Frankreich-Besuch dürfte als eine gewisse Abkehr des vor einem Jahr gewählten Papstes vom Kurs seines Vorgängers gewertet werden. Franziskus hatte statt der althergebrachten christlichen Nationen den "Rändern der Weltkirche" erklärtermaßen den Vorzug gegeben. Allerdings besuchte Leo XIV. jüngst auch bereits vier vergleichsweise kleine Länder Afrikas.

Äquatorialguinea, Malabo: Papst Leo XIV. (M) kommt am letzten Tag seines elftägigen Pastoralbesuchs in Afrika zur Feier der Heiligen Messe in das Stadion von Malabo / © Misper Apawu/AP (dpa)
Äquatorialguinea, Malabo: Papst Leo XIV. (M) kommt am letzten Tag seines elftägigen Pastoralbesuchs in Afrika zur Feier der Heiligen Messe in das Stadion von Malabo / © Misper Apawu/AP ( dpa )

Zudem soll der Papst als Bischof von Rom im Juli auch die italienische Insel Lampedusa besuchen, die zum Symbol für die Migrationskrise im Mittelmeerraum geworden ist und die auch Franziskus stark in den Fokus rückte. Weitere Besuche in Italien stehen ebenfalls im Sommer auf dem Programm, so Anfang August im Franziskanerort Assisi.

Kirche in Frankreich

Die katholische Kirche in Frankreich zählt zu den traditionsreichsten und geistesgeschichtlich wichtigsten in Europa. Marksteine ihrer reichen Geschichte sind etwa für das christliche Mittelalter die Taufe von Frankenkönig Chlodwig, die Reichskirche Karls des Großen ("Charlemagne"), die großen Ordensbewegungen und das "Zeitalter der Kathedralen"; weiter die Religionskriege des 16./17. Jahrhunderts, die nationalkirchliche Strömung des "Gallikanismus", die Aufklärung und die Französische Revolution. Zu Frankreichs Kulturerbe gehören ungezählte Klöster und Kathedralen von Weltrang.

Französische Fahne / © Rick Hawkins (shutterstock)
Quelle:
KNA