Papst Leo XIV. fordert weltweite Abschaffung der Todesstrafe

"Angriff auf die Unverletzlichkeit"

Papst Leo XIV. ruft zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe auf. Sie verletze gegen die Menschenwürde. Der Anlass für seine Videobotschaft: In seinem Heimatstaat Illinois ist die Todesstrafe seit 15 Jahren abgeschafft.

Papst Leo positioniert sich eindeutig gegen die Todesstrafe. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo positioniert sich eindeutig gegen die Todesstrafe. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. dringt auf eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Diese sei nach der Lehre der Kirche unzulässig, "weil sie einen Angriff auf die Unverletzlichkeit und Würde der Person darstellt", so der Papst in einer Videobotschaft anlässlich des 15. Jahrestages der Abschaffung der Todesstrafe im US-Bundesstaat Illinois, aus dem er stammt.

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"Ich unterstütze alle, die sich für die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten von Amerika und weltweit einsetzen", sagte der Papst. Er sei dankbar für die Entscheidung des Gouverneurs von Illinois aus dem Jahr 2011, so Leo XIV., der als Robert Francis Prevost 1955 in Chicago geboren wurde.

Menschenwürde auch für Schwerverbrecher 

Auch durch die Begehung schwerster Verbrechen gehe diese Würde nicht verloren, bekräftigte der Papst. Ebenso verwies er auf wirksame
Haftsysteme, die die Bürger schützten und den Tätern eine Resozialisierung ermöglichten. "Deshalb haben Papst Franziskus und meine Vorgänger immer wieder betont, dass das Gemeinwohl gewahrt und die Anforderungen der Gerechtigkeit erfüllt werden können, ohne auf die Todesstrafe zurückzugreifen", sagte Leo XIV.

"Das Recht auf Leben ist die Grundlage aller anderen Menschenrechte", unterstrich der Papst in seiner Botschaft anlässlich der Feier der DePaul University in Chicago zum 15. Jahrestag der Abschaffung der Todesstrafe. "Ich bete, dass Ihre Bemühungen zu einer stärkeren Anerkennung der Würde jedes Menschen führen und andere dazu inspirieren, sich ebenfalls für diese gerechte Sache einzusetzen."
 

Todesstrafe in den USA

Der Senat von New Hampshire stimmte am 30. Mai 2019 für die Abschaffung der Todesstrafe. Damit hat die Hälfte der US-Bundesstaaten diese grausame und unmenschliche Bestrafung entweder abgeschafft oder ein Moratorium beschlossen.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat im März per Dekret angefordert, dass in Kalifornien per sofort alle Hinrichtungen ausgesetzt werden. Mehr als 700 Häftlinge befinden sich in dem US-Bundesstaat in der Todeszelle.

Todesstrafe fordert US-Katholiken heraus / © Bradley Birkholz (KNA)
Todesstrafe fordert US-Katholiken heraus / © Bradley Birkholz ( KNA )
Quelle:
KNA