Die Kirchen in Jerusalem haben die von Israel am Montagabend beschlossene Ausweitung der Todesstrafe "mit großem Schmerz und Leid" aufgenommen. Das sagte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, am Rande einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Franziskanerkustos Francesco Ielpo am Dienstag in Jerusalem. Die Entscheidung werde die im Land bestehende Kluft aus Misstrauen und Hass noch weiter vertiefen.
"Das Staatsverständnis in Israel befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel", so Pizzaballa. Jetzt müsse man mit allen Teilen der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und eine weitere Verschlechterung der Lage zu vermeiden. Aus katholischer Sicht sei sehr klar, dass es "keine Umstände gibt, unter denen die Todesstrafe notwendig sein könnte".
Demonstrationen und Generalstreik gegen Todesstrafe
In Jerusalem und dem Westjordanland kam es unterdessen laut Medienberichten am Dienstag zu Demonstrationen gegen die Ausweitung der Todesstrafe. Vor der Knesset ging die israelische Polizei laut Bericht der Zeitung "Haaretz" mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor. Für das Westjordanland rief die Fatah-Partei für Mittwoch zu einem Generalstreik auf.