Papst Leo XIV. besucht am ersten Jahrestag seiner Wahl Süditalien. Nach der Helikopter-Landung am Freitagmorgen läuteten in Pompeji die Glocken. Der 8. Mai ist zugleich der Gedenktag der Madonna vom Rosenkranz, die in einem Heiligtum in der Stadt verehrt wird. Zudem gibt es viele kirchliche Einrichtungen, die auf den bekehrten früheren Kirchengegner und Anwalt Bartolo Longo (1841-1926) zurückgehen; ihn sprach Leo XIV. im Oktober heilig.
Leo XIV. wurde vom örtlichen Erzbischof Tommaso Caputo und Politikern der Region Kampanien begrüßt. Am Nachmittag wird er im benachbarten Neapel erwartet. Bei einer Begegnung mit sozial benachteiligten Familien, Waisenkindern, alten, kranken und behinderten Menschen in Pompeji erzählten Betroffene dem Papst vor großem Publikum von ihrem Schicksal, von Krankheit, Gewalt und Einsamkeit, aber auch von der Hilfe, die sie erfuhren.
Leo XIV. sichtlich bewegt
Der sichtlich bewegte Leo XIV. dankte ihnen und würdigte den Einsatz vieler Engagierter vor Ort für Menschen in kritischen Situationen durch Bildungseinrichtungen sowie eine nach Papst Franziskus benannte Suppenküche. Ausführlich würdigte der Papst den neuen Heiligen Bartolo Longo.
Anschließend war eine Messe mit Leo XIV. auf der Piazza vor dem Heiligtum sowie mehrere Fahrten in einem offenen Fahrzeug geplant. Nach der Messe mit Predigt sollte der Papst mittags das traditionelle Bittgebet zur Madonna von Pompeji leiten.
Bereits gegen 4.30 Uhr waren Pilger aus der Umgebung angereist; es wird mit rund 30.000 Besuchern gerechnet. Sie werden von Hunderten Freiwilligen, Polizisten und Sanitätern unterstützt.
Die Stadt am Fuß des Vesuvs ist nicht nur durch den Vulkanausbruch im Jahr 79 bekannt, sondern auch durch das dortige Marienheiligtum. Das benachbarte Neapel ist für soziale Probleme und für ihre besondere Volksfrömmigkeit bekannt; in beiden Städten bereiten sich viele Menschen seit Wochen fieberhaft auf den Besuch des Pontifex vor.
Es wird spekuliert, ob der erste US-amerikanische Papst nach genau einem Jahr im Amt eine programmatische Rede halten könnte. Insgesamt stehen für Leo zwei Ansprachen, zwei Grußworte und eine Predigt auf dem Tagesprogramm.
Begegnungen mit Bürgern, Politik und Klerus
Anlass seiner Reise ist unter anderem der Gedenktag der Madonna vom Rosenkranz, die im Marienheiligtum von Pompeji verehrt wird. Papst Leo XIV. hatte den Gedenktag bei seinem ersten Auftritt am Wahlabend des 8. Mai 2025 auf der Mittelloggia des Petersdoms erwähnt.
Zu Ehren der Madonna von Pompeji verfasste der Heilige Bartolo Longo (1841-1926) ein Bittgebet, das insbesondere am 8. Mai um die Mittagszeit rezitiert wird. Diesmal wird dies Leo XIV. selbst vor Ort tun. Den ehemaligen Anwalt und bekehrten Satanisten Longo, Förderer des Heiligtums von Pompeji, hatte Leo im Oktober heiliggesprochen.
Kommt es zum Blutwunder des Heiligen Januarius?
Nach kurzem Helikopterflug wird Leo gegen 15.15 Uhr von Neapels Kardinal Domenico Battaglia und Politikern empfangen. Im Dom von Neapel ist um 15.45 Uhr eine Begegnung mit Klerus und Ordensleuten vorgesehen. Dort wird Leo XIV. eine Ansprache halten und die berühmten Reliquien des Heiligen Januarius besuchen, bekannt durch das mehrmals im Jahr auftretende Blutwunder. Bei früheren Papstbesuchen kam es mitunter zu einer außerplanmäßigen Verflüssigung des Blutes von San Gennaro - für die Gläubigen stets ein gutes Zeichen.
Auf der Piazza del Plebiscito steht um 17.00 Uhr eine Begegnung mit Bürgern an. Vor der Basilika San Francesco di Paola ergreift der Papst erneut das Wort. Danach folgt der Segen, bevor Leo XIV. per Hubschrauber die Rückreise antritt. Gegen 19.30 Uhr wird seine Landung im Vatikan erwartet.
Dieser Artikel wurde am 08. Mai 2026, um 13:20 Uhr, aktualisiert.