Der Münchener Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler hat das Wirken von Papst Leo XIV. gelobt. In seinem ersten Amtsjahr habe sich der Pontifex als entschiedener Verfechter des Weltfriedens und klarer Gegner des Militarismus gezeigt, sagte Schießler gegenüber DOMRADIO.DE. Der Geistliche sieht damit seine Erwartungen an den Papst erfüllt.
Nach Schießlers Einschätzung positioniert sich Leo XIV. deutlich gegen Kriegsführung und kritisiert die US-amerikanische Militärpolitik. Anders als sein Vorgänger Papst Franziskus konzentriere sich Leo XIV. nicht auf das Tagesgeschäft, sondern auf grundsätzliche Fragen. "Er ist unbeirrbar, das ist wirklich prophetisch. Da lässt er sich keinen Millimeter wegrücken", sagte Schießler.
Kirche müsse Einheit der Menschheit zusammenbringen
Bereits in seiner Antrittsrede habe Leo XIV. sein Ziel deutlich gemacht: Die Kirche müsse die Einheit der Menschheit zusammenbringen. Sein Leitgedanke sei die "großartige Menschheit". Dafür sei Schießler "wahnsinnig dankbar".
Beim Thema Kirchenreformen und Synodalität folge Leo XIV. dem Kurs seines Vorgängers, sagte der Münchner Pfarrer. Frauen erhielten zunehmend Führungspositionen in der Kirche.
Schließlich verglich Schießler den Papst mit Bayern-Trainer Vincent Kompany: "Leo ist der Vincent Kompany der katholischen Kirche."