Papst Leo XIV. hat am Dienstag in Algerien Wirkungsstätten seines "geistlichen Vaters" Augustinus von Hippo besucht. An den Ausgrabungen in der heutigen Küstenstadt Annaba pflanzte er symbolisch einen Olivenbaum und hielt ein stilles Gebet.
Aufgrund von Wind und starkem Regen entfiel ein Rundgang durch die archäologische Stätte rund 400 Kilometer von der Hauptstadt Algier.
In der antiken römischen Stadt Hippo war der Kirchenvater Augustinus (354-430) Bischof. Ihm ist der Papst als Mitglied des Augustinerordens eng verbunden.
"Gott ist nicht mit den Boshaften und Anmaßenden"
Anschließend besuchte Leo ein vom Orden der Kleinen Schwestern der Armen betriebenes Pflegeheim. Ihr liebevoller Dienst sei umso wichtiger, als das "Herz Gottes" von Kriegen, Gewalt, Ungerechtigkeiten und Lügen "gebrochen sei", so der Papst vor Ordensfrauen, Personal und Bewohnern des Hauses. Gott sei nicht mit den boshaften, anmaßenden und hochmütigen Menschen. "Das Herz Gottes schlägt für die Kleinen und Demütigen und mit ihnen baut er Tag für Tag sein Reich der Liebe und des Friedens auf", sagte Leo XIV.
Anschließend war ein privates Mittagessen des Papstes mit Mitgliedern seines Augustinerordens geplant. Am Nachmittag will Leo in der Basilika des heiligen Augustinus seine erste Messe während der zehntägigen Afrikareise feiern. Am Abend fliegt er zurück in die Hauptstadt Algier.
"Gleiche Würde für alle Menschen"
Am Montag hatte Leo XIV. in Algier bei einem islamisch-christlichen Treffen den Heiligen Augustinus zitiert: Dieser habe gelehrt, dass Gottes Ebenbild in jedem Mann und jeder Frau zu erkennen sei, so der Papst am Montag in der Großen Moschee. "Für uns bedeutet das, dass es sehr wichtig ist, zu lernen, mit Achtung vor der Würde jedes Menschen zusammenzuleben." Das Treffen in dem muslimischen Bethaus zeige, dass es möglich sei, in gegenseitigem Respekt und Harmonie eine friedliche Welt aufzubauen.
Am Mittwoch reist der Papst weiter zu seinem zweiten Reiseziel, Kamerun. Bis zum 23. April stehen noch Angola und Äquatorialguinea auf dem Programm. Es ist die bislang längste Reise des Kirchenoberhaupts.