Papst Leo XIV. hat die Große Moschee in der algerischen Hauptstadt Algier besucht. Begleitet von muslimischen Geistlichen besichtigte er das riesige Bauwerk und verweilte dort einige Augenblicke schweigend. Im Besucherbuch trug er sich in französischer Sprache mit dem Satz ein: "Möge das Erbarmen des Allerhöchsten das edle algerische Volk und die gesamte Menschheitsfamilie in Frieden und Freiheit bewahren."
Mann und Frau als Gottes Ebenbild
In einer kurzen Ansprache verwies Leo XIV. auf seinen "geistlichen Vater" Augustinus (354-430), Bischof von Hippo nahe der heutigen algerischen Küstenstadt Annaba. Am Dienstag wird der Papst, selbst Mitglied des Augustinerordens, die dortige archäologische Stätte besuchen. Augustinus habe gelehrt, dass Gottes Ebenbild in jedem Mann und jeder Frau zu erkennen sei, so Leo XIV. "Für uns bedeutet das, dass es sehr wichtig ist, zu lernen, mit Achtung vor der Würde jedes Menschen zusammenzuleben", betonte der Papst. Das heutige Treffen zeige, dass es möglich sei, in gegenseitigem Respekt und Harmonie eine friedliche Welt aufzubauen.
Es war bereits der zweite Moschee-Besuch von Papst Leo XIV. in seiner knapp einjährigen Amtszeit. Ende November hatte er die Blaue Moschee in Istanbul besucht. Die erste Visite eines Papstes in einer Moschee fand vor 25 Jahren statt. Am 6. Mai 2001 besuchte Johannes Paul II. die Umayyaden-Moschee in der syrischen Hauptstadt Damaskus.