Die Jagd nach Ruhm und Erfolg ist nach Worten des Papstes schädlich und spalterisch. Wenn öffentlicher Anerkennung, Zustimmung oder Sichtbarkeit übermäßige Bedeutung beigemessen werde, könne das Leiden und Spaltungen verursachen und "zu kurzlebigen, enttäuschenden und einengenden Lebens- und Beziehungsstilen" führen, sagte Leo XIV. am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.
"In Wirklichkeit brauchen wir solchen 'Glücks-Ersatz' nicht", so der Papst vor Tausenden Menschen. "Unsere Freude und unsere Größe beruhen nicht auf vergänglichen Illusionen von Erfolg und Ruhm, sondern darauf, dass wir uns von unserem Vater im Himmel geliebt und gewollt wissen." Gott brauche keine "Spezialeffekte", sondern teile die Mühen und Lasten der Menschen, um ihnen zu zeigen, wie wertvoll sie in seinen Augen sind, sagte Leo.
Jeden Tag einen Moment zum Innehalten finden
Daher sollten sie sich nicht vom Wesentlichen ablenken lassen. "Verschwenden wir keine Zeit und Energie damit, dem nachzujagen, was nur Schein ist." Wie Johannes der Täufer sollten die Christen die einfachen Dinge und aufrichtigen Worte schätzen, in Bescheidenheit und Tiefgründigkeit des Geistes und des Herzens leben und sich mit dem Notwendigen zufrieden geben. Zudem riet Papst Leo, "möglichst jeden Tag einen besonderen Moment zu finden, in dem wir still innehalten können, um zu beten, nachzudenken, zuzuhören".
Leo XIV. (70) ist seit einigen Tagen erkältet und sprach mit belegter Stimme. Dennoch nahm er auch in der vergangenen Woche zahlreiche Termine wahr. Unter anderen empfing er am Freitag die Slowenische Bischofskonferenz im Vatikan, am Samstag Fürst Albert II. von Monaco. Auch für die kommende Woche sind mehrere Audienzen angekündigt.