Papst Leo bricht mit einer Tradition seines Vorgängers: Anders als Franziskus wird er die traditionelle Fußwaschung am Gründonnerstag nicht in einem Gefängnis, sondern so wie frühere Päpste wieder in der Lateranbasilika vollziehen. Das geht aus dem Terminplan hervor, den die Präfektur des Päpstlichen Hauses veröffentlicht hat.
Dagegen hatte Papst Franziskus (2013–2025) für die Feier der Fußwaschung, eines der wichtigsten und emotionalsten Rituale in der Karwoche vor Ostern, Orte gewählt, die für das menschliche Leiden standen, darunter Gefängnisse oder Aufnahmeeinrichtungen für Migranten.
An seinem letzten Gründonnerstag (17. April 2025) hatte er die römische Haftanstalt "Regina Coeli" besucht und mit rund 70 Häftlingen gebetet. Die Fußwaschung konnte der schwer erkrankte Papst nicht mehr vollziehen. Vier Tage später, am Ostermontag, starb Franziskus.
Wem wird Leo die Füße waschen?
Leo XIV. feiert am Gründonnerstag (2. April) zunächst um 9.30 Uhr im Petersdom die Chrisammesse im Petersdom, bei der traditionell die Öle geweiht werden, die für Sakramente wie Taufe, Firmung oder Priesterweihe benutzt werden. Um 17.30 Uhr folgt die Messe in San Giovanni in Laterano, der Bischofskirche des Papstes in Rom. Wem Leo die Füße waschen wird, wurde noch nicht mitgeteilt.
In den Vorjahren hatte Franziskus bei seinen Gefängnisbesuchen die rituelle Fußwaschung an zwölf Inhaftierten vollzogen. Diese Demutsgeste Jesu an seinen Jüngern beim Letzten Abendmahl ist in der Bibel überliefert und wird alljährlich in katholischen Gottesdiensten am Gründonnerstag wiederholt.