Papst Franziskus wird 80 Jahre alt

Gefeiert wird eher virtuell

Offizielle Feiern sind nicht geplant. Doch ganz unter den Tisch kehren will man den 80. Geburtstag von Franziskus auch nicht. Mitfeiern kann nicht jeder, aber immerhin persönlich gratulieren - via E-Mail oder Twitter.

Autor/in:
Thomas Jansen
Gibt es wieder eine Geburtstagstorte für Papst Franziskus? / © Osservatore Romano (KNA)
Gibt es wieder eine Geburtstagstorte für Papst Franziskus? / © Osservatore Romano ( KNA )

Ein guter Katholik feiert Namenstag, nicht Geburtstag. So will es die Tradition. "Geburtstag hat jedes Tier, Namenstag nur der Mensch", lautete der eingängige Merksatz aus dem Katechismus-Unterricht. Doch mittlerweile feiert sogar der Papst seinen Geburtstag. Genau genommen: Er lässt zu, dass er von anderen gefeiert wird - ein bisschen zumindest. An diesem Samstag ist es soweit: Franziskus wird 80 Jahre alt.

E-Mail-Adressen für Gratulanten

Und dazu kann ihm erstmals jeder auf offiziellem Wege persönlich gratulieren - auch auf Deutsch. Gratulanten können ihre Email an PapstFranziskus80@vatican.va richten. Der Vatikan hat zum Papst-Geburtstag am Samstag E-Mail-Adressen für Glückwünsche in sieben verschiedenen Sprachen eingerichtet, darunter auch eine in Latein Papafranciscus80@vatican.va.

Zusätzlich werden unter dem Hashtag #Pontifex80 auf Twitter Glückwünsche gesammelt, wie das vatikanische Presseamt mitteilte. Radio Vatikan bietet zudem die Möglichkeit, Franziskus ein Ständchen zu bringen: Geburtstagsgrüße in Form von Fotos, Videos oder Audiodateien können an facebook.rv.tedesco@gmail.com gesendet werden. Der Sender kündigte an, einige der Zusendungen im Radio auszustrahlen und auf seiner Facebook-Seite zu posten.

Unter dem Hashtag #Pontifex80 sammeln seine Mitarbeiter auch auf Twitter Glückwünsche. Schließlich hat Franziskus 32 Millionen Follower - mehr als Donald Trump.

Wie begeht der Stellvertreter Christi seinen Geburtstag? Ein "normaler" Arbeitstag werde es, "reich an Verpflichtungen", kündigte der Vatikan an. Einzige Besonderheit: Der Papst feiert mit den Kardinälen, die in Rom sind, einen Gottesdienst im Apostolischen Palast. Offizielle Festlichkeiten sind für Samstag aber nicht vorgesehen.

"Geburtstagsgäste" sind Maltas Staatspräsidentin Marie Louise Coleiro Preca, der Präfekt der Bischofskongregation Kardinal Marc Ouellet und der Churer Bischof Vitus Huonder aus der Schweiz. Doch das Establishment bleibt nicht unter sich; Franziskus empfängt auch die katholische Gemeinschaft von Nomadelfia, eine Art katholischer Kibbutz in Italien, dessen Mitglieder versuchen, nach dem Vorbild der Urchristen zu leben.

Von sich reden machten vor allem die ersten beiden Geburtstage von Franziskus nach seiner Wahl. Am 17. Dezember 2013 frühstückte er mit vier Obdachlosen im vatikanischen Gästehaus. Im folgenden Jahr tanzten zu seinem 78. Geburtstag Tausende Tango vor dem Petersplatz. Der 79. Geburtstag verging 2015 ohne besondere Vorkommnisse.

Unzählige Glückwünsche und Geschenke

Bereits Tage vor seinem Geburtstag lief die Gratulationsmaschinerie auf Hochtouren: Von der Schokoladentorte, deren Kerzen Franziskus am Mittwoch auspustete, bis hin zu Würdigungen durch Kardinäle, Bischöfe und Staatsmänner erhielt der Papst unzählige Glückwünsche und Geschenke.

Zum Glück ist Franziskus nicht abergläubisch. Nur scherzhaft erinnerte er am Mittwoch daran, dass es in seiner argentinischen Heimat - und nicht nur dort - heiße, vorzeitige Glückwünsche brächten Unglück, und wer sie ausrichte, sei ein Unglücksbringer.

Bereits Benedikt XVI. (2005-2013) konnte sich kaum dagegen wehren, dass sich zu seinen Geburtstagen regelmäßig Pilgerscharen aus seiner bayerischen Heimat und ganz Deutschland ansagten, einschließlich politischer und kirchlicher Prominenz. Zu seinem 80. Geburtstag gab es 2007 nicht nur einen Gottesdienst, sondern auch ein Festessen und ein Konzert. Benedikt XVI. lud alle Kurienkardinäle zum gemeinsamen Mittagstisch. Am Abend spielte das Stuttgarter Radio-Symphonieorchester im Vatikan Mozart und Dvorak.

Normaler Arbeitstag für den Papst

Auch für die Angestellten im Vatikan ist der Papstgeburtstag ein normaler Arbeitstag. Sie dürften sich mehr auf den 23. April freuen. Denn dann hat der Papst Namenstag - und der ist im Vatikan nach wie vor gesetzlicher Feiertag. Aus Arbeitnehmersicht ist Franziskus da gegenüber seinem Vorgänger eine klare Verbesserung: Denn das Namensfest Ratzingers - heiliger Josef am 19. März - war ohnehin immer Feiertag im Vatikan. Jetzt haben päpstliche Angestellte auch zu Sankt Georg frei, auf Spanisch Jorge.

Zum alten Eisen zählt sich Franziskus offenbar noch nicht: Im Oktober erzählte er von einer Begegnung mit einer Frau in Georgien. "Wie alt mag sie gewesen sein? 80? - Also keine alte Frau." Also kein alter Papst.


Quelle:
KNA