Jerusalemer Patriarch blickt auf die Corona-Folgen

"Pandemie scheint uns gelähmt zu haben"

​Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Ängste haben nach Worten des neuen Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, das zivile und religiöse Leben geprägt und eine Lähmung mit sich gebracht.

Ordensfrau vor der Grabeskirche / © Andrea Krogmann (KNA)
Ordensfrau vor der Grabeskirche / © Andrea Krogmann ( KNA )

"Dieses letzte Jahr 2020 hat sich durch Angst ausgezeichnet: Gesundheit, Wirtschaft und sogar Politik", sagte der italienische Franziskaner in seiner am Dienstag veröffentlichten Weihnachtsbotschaft.

Statt der üblichen Freudenfeiern in Bethlehem "haben wir ein zurückhaltendes Weihnachten, eines zum Vergessen", so der Italiener. Alles werde in diesem Jahr "auf ein unverzichtbares Minimum" reduziert.

Hoffnungsvoller Blick auf Weihnachten

Das "kleine aber machtvolle Virus" habe innerhalb kürzester Zeit Projekte gestoppt und Desorientierung verursacht. Ein Leben ohne Angst in dieser Welt sei eine große Herausforderung, so Pizzaballa. Gleichzeitig sei das Baby in der Krippe das Zeichen für den Beginn eines neuen Reiches, es sei ein Zeichen, das leicht zu übersehen sei, "weil wir so sehr mit unseren Sorgen und Ängsten beschäftigt sind".

Pizzaballa rief die Gläubigen auf, sich erneut vom Heiligen Geist leiten zu lassen, um Zeichen der Gegenwart Gottes angesichts von Widrigkeiten zu erkennen. "Wir müssen uns entscheiden, ob wir Raum für die Frustration und die Nöte der Welt lassen oder uns trotz allem zu Freude und Liebe fähig machen wollen", so der Patriarch.

Wenn in diesem Jahr dennoch Weihnachten gefeiert werde, dann aus dem Glauben heraus, dass Christus geboren wurde und gegenwärtig ist. Jetzt sei es "an uns, ein Zeichen der großen Freude zu werden".

Quelle:
KNA
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