Paderborner Erzbischof Becker bittet Papst um Entpflichtung

Den Weg in die Zukunft angelegt

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat Papst Franziskus in einem persönlichen Schreiben um die Entpflichtung von seinen Aufgaben als Erzbischof von Paderborn gebeten. Das teilte Becker am Freitagmorgen in Paderborn mit.

Erzbischof Hans-Josef Becker / © Andreas Kühlken (KNA)
Erzbischof Hans-Josef Becker / © Andreas Kühlken ( KNA )

"Ich spüre, dass der Zeitpunkt einer verantwortungsvollen Übergabe meines Amtes gekommen ist", begründet Erzbischof Becker seine Entscheidung in einer schriftlichen Erklärung.

Aufgaben in jüngere Hände geben

Erzbischof Becker hält es an der Zeit, sein Amt und die damit verbundenen Aufgaben in jüngere Hände zu geben. Die nächsten großen Aufgaben und kommenden Herausforderungen sollen von jüngeren Generationen in der Leitung der Kirche getragen und gestaltet werden. "In den vergangenen Monaten habe ich intensiv über diesen Schritt nachgedacht und im Gebet Kraft für diese Entscheidung gesucht", schreibt Erzbischof Becker, der mit seinem Geburtstag am vergangenen Mittwoch, 8. Juni, in das 75. Lebensjahr eintrat.

Die persönliche Erklärung von Erzbischof Becker im Wortlaut

"Sehr geehrte Damen und Herren, Schwestern und Brüder, Wegbegleiterinnen und -begleiter, liebe Mitbrüder,

nach Eintritt in mein 75. Lebensjahr habe ich nunmehr Papst Franziskus in einem Brief um die Entpflichtung von meinen Aufgaben als Erzbischof von Paderborn gebeten und hoffe, dass er dieser Bitte stattgibt.

In den vergangenen Monaten habe ich intensiv über diesen Schritt nachgedacht und im Gebet Kraft für diese Entscheidung gesucht. Ich spüre, dass der Zeitpunkt einer verantwortungsvollen Übergabe meines Amtes und der damit verbundenen Aufgaben nun gekommen ist.

Hans-Josef Becker / © Harald Oppitz (KNA)

Er sei "voller Zuversicht", dass die jüngeren Generationen auf dem eingeschlagenen Weg, namentlich dem Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland und dem Synodalen Weg 2030+ des Erzbistums Paderborn, "mutig vorangehen und unserer Kirche starke Führung geben können". Wofür die Kirche stehe, welche Relevanz sie heute besitze und welche Rolle der Glaube für die Menschen spielen könne, seien dringliche Fragen, denen viele Gläubige mit großem Engagement und Ideenreichtum begegneten, erläutert Erzbischof Becker: "Für den nicht immer einfachen, aber stets fruchtbaren und fairen Dialog bin ich sehr dankbar."

Papst Franziskus muss entscheiden

"Im Kern steht unser fortwährender Auftrag, mit unserem Herrn Jesus Christus zu gehen und seine Frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu verkünden", betont Erzbischof Becker. Die Frohe Botschaft müsse Bestand haben in einer Phase epochalen Wandels. "Sie muss die tragende Säule aller Veränderungsprozesse in der Kirche sein. Und sie muss in Zeiten einer Pandemie, eines Kriegs mitten in Europa und des immer deutlicher werdenden Klimawandels mit lauter und kraftvoller Stimme verkündet werden."

Vieles sei von seiner Generation geordnet und angelegt, schreibt Erzbischof Becker. "Die jüngeren Generationen mögen den Weg nun weiter ausbauen und das pilgernde Volk Gottes mit neuer Kraft, mit Gottvertrauen und Glaubensfreude in die Zukunft führen. Dafür bitte ich um Gottes Hilfe und Seinen reichen Segen."

Über das Emeritierungsgesuch von Erzbischof Becker wird jetzt Papst Franziskus zu entscheiden haben. Erst mit Annahme des Gesuchs durch den Heiligen Vater tritt Erzbischof Becker in den Ruhestand.

Zur Person: Erzbischof Hans-Josef Becker

Erzbischof Hans-Josef Becker ist der 66. Bischof und der vierte Erzbischof von Paderborn. Er wurde als Nachfolger des 2002 verstorbenen Erzbischofs Johannes Joachim Kardinal Degenhardt am 28. September 2003 in sein Amt eingeführt. Das Leitwort von Erzbischof Hans-Josef Becker lautet "In verbo autem tuo" – "Auf dein Wort hin" (Lukas 5,5).

Erzbischof Hans-Josef Becker / © Harald Oppitz (KNA)

Quelle:
EPB