Österreichs Bischof Lackner zeigt sich optimistisch bei Frauenfrage

Veränderung "sicher möglich"

Die Rolle der Frauen in der Kirche bleibt ein zentrales Reformthema. Franz Lackner, der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, schließt eine stärkere Beteiligung von Frauen in der Kirche und in der Konferenz nicht aus.

Rosenkränze in der Ruinenkirche "Zu unserer lieben Frau im Spindeltal" am 22. September 2025 in Wellheim. / © Christopher Beschnitt (KNA)
Rosenkränze in der Ruinenkirche "Zu unserer lieben Frau im Spindeltal" am 22. September 2025 in Wellheim. / © Christopher Beschnitt ( KNA )

Bislang nehmen Frauen vor allem als Gäste oder Expertinnen an Studientagen teil. Inwieweit es mehr weibliche Beteiligung geben könnte, ließ Österreichs Bischofskonferenz-Vorsitzender Franz Lackner offen, zeigte sich zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung in Wien aber vorsichtig optimistisch. 

Die Frauenfrage sei derzeit eines der dringendsten Themen der katholischen Kirche, so der Salzburger Erzbischof. Sie sei für ihn aktuell wichtiger als etwa die Debatte um den Pflichtzölibat. Überraschungen habe es in der Kirche immer wieder gegeben, etwa bei Papstwahlen.

Eines der dringendsten Themen der katholischen Kirche

Erzbischof Franz Lackner / © Henning Klingen (KNA)
Erzbischof Franz Lackner / © Henning Klingen ( KNA )

Ähnliches könne auch im Blick auf Frauen in der Kirche geschehen. Dass es hier Veränderungen geben werde, sei "sicher möglich", sagte Lackner. Er persönlich werde sich jedenfalls nicht gegen solche Entwicklungen stellen.

Auslöser für neue Dynamik ist auch ein kürzlich veröffentlichtes Vatikan-Dokument, das die Klärung der Frauenfrage als dringlich beschreibt. Österreichs Bischöfe hätten sich damit noch nicht vertieft befasst, sagte Lackner. Grundsätzlich sprach er aber von einem organischen Wandlungsprozess und von einem ernstzunehmenden Aufbruch, auch wenn Veränderungen in der Kirche langsam verliefen.

Kirchen und Frauenordination

Bis ins 20. Jahrhundert stimmten die Kirchen darin überein, dass das geistliche Amt gemäß der Bibel und der Tradition Männern vorbehalten ist. Die römisch-katholische Kirche sowie alle orthodoxen Kirchen halten bis heute daran fest. In den reformatorischen Kirchen wurde diese Sicht in den vergangenen Jahrzehnten revidiert. Vorläufer gab es bereits Mitte des 18. Jahrhunderts vereinzelt in der Herrnhuter Brüdergemeine, in methodistischen Kirchen sowie im 19. Jahrhundert in der Heilsarmee.

 V.l.: Kantorin KMD Marie-Luise Schneider, der katholische Dompropst Praelat Tobias Przytarski, die Pfarrerin der Kirche St. Petri - St. Marien, Corinna Zisselsberger / © Christian Ditsch (epd)
V.l.: Kantorin KMD Marie-Luise Schneider, der katholische Dompropst Praelat Tobias Przytarski, die Pfarrerin der Kirche St. Petri - St. Marien, Corinna Zisselsberger / © Christian Ditsch ( epd )
Quelle:
KNA