Erzbistum Köln strebt Klimaneutralität für 2030 an

Ökonomisch vernünftig, nachhaltig und ökologisch

Der Finanzdirektor des Erzbistums Köln, Gordon Sobbeck, hat am Donnerstag den Finanzplan 2020 vorgestellt. Im Interview sprach er darüber, wie das Erzbistum trotz geringerer Einnahmen in Zukunft klimaneutral werden will.

Symbolbild Geld und Kirche / © Jiri Hera (shutterstock)
Symbolbild Geld und Kirche / © Jiri Hera ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Sie haben den Finanzplan 2020 vorgestellt. Wie sehr setzte die Corona-Krise dem Erzbistum finanziell zu?

Gordon Sobbeck (Finanzdirektor des Erzbistums Köln): Die Corona-Krise hat im Erzbistum deutliche Spuren hinterlassen. Das Kirchensteueraufkommen sank 2020 um gut 4,5 Prozent, das sind mehr als 30 Millionen Euro. Dies führte im Ergebnis zu einem Fehlbetrag von rund 4 Millionen Euro.

DOMRADIO.DE: Ein weiteres großes Thema dieses Jahr ist die Flutkatastrophe. Wie hat da das Erzbistum finanziell reagiert?

Sobbeck: Für uns als Erzbistum steht die Unterstützung der Menschen vor Ort im Vordergrund – und dies nicht nur finanziell, sondern auch personell. Die direkte finanzielle Unterstützung erfolgt vor allem über die Caritasverbände. Hinzu kommt unser Fachpersonal, das den Kirchengemeinden beratend zur Seite steht. Allein im kirchengemeindlichen Bereich gab es rund 220 Schadensfälle. Die Schäden an Gebäuden und Inventar sowie Bistumseinrichtungen schätzen wir derzeit auf rund 25 Millionen Euro.

DOMRADIO.DE: Die Kirchensteuereinnahmen werden perspektivisch sinken. Stichwort Demografie, aber auch die Austritte. Sie haben von einem Rahmenplan bis 2030 gesprochen. Wie können Sie den beschreiben?

Sobbeck: Der wirtschaftliche Rahmenplan 2030 ist so etwas wie einen LangfristSeismograf. Ähnlich wie wir uns beim Thema Klimastrategie auf ein klimaneutrales Erzbistum 2030 fokussiert haben, wollen wir das auch bei den Finanzen machen. Dazu entwickeln wir eine stabile Finanzarchitektur für das Jahr 2030 und werden diese am Ende des Jahres in den Gremien vorstellen.

DOMRADIO.DE: Wie soll die Klimaneutralität gelingen, wenn gleichzeitig die finanziellen Mittel geringer werden?

Sobbeck: Anders als in der Vergangenheit ist das Thema Klima heute nicht mehr so ausgerichtet, dass man Ökologie und Ökonomie gegeneinander ausspielen muss. Wir können das aktuell am Beispiel der stark steigenden Preise für Strom und Gas gut sehen: Künftig handelt derjenige ökonomisch vernünftig, der sich nachhaltig und ökologisch aufstellt.

Das Interview führte Mathias Peter

Gordon Sobbeck, Finanzdirektor des Erzbistums Köln (Erzbistum Köln Presse)
Quelle:
DR
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