Der ernannte Botschafter des Papstes freut sich auf seine Zeit in Deutschland und will dort zunächst einmal zuhören. Man müsse die Menschen "von innen heraus verstehen", sagte Erzbischof Hubertus van Megen am Freitag im Interview mit "Vatican News". Der zukünftige Apostolische Nuntius in Berlin ergänzte: "Es geht nicht so sehr um große theologische Diskussionen. Es geht vielmehr um die Emotionen, die dahinterstehen."
Mediator zwischen Lokalkirche und Universalkirche
Als Nuntius in Deutschland sieht van Megen sich ab dem Frühsommer dazu berufen, eine Art Mediator zwischen Lokalkirche und Universalkirche zu sein. Er stammt aus Kerkrade im niederländisch-deutschen Grenzgebiet bei Aachen. So sei Deutschland ihm nicht fremd: "Ich bin beinahe jeden Tag über die Grenze gekommen, schon als Kind. Ich war auch oft in Aachen, in der Eifel und in vielen anderen Städten und Orten in Deutschland." Die deutsche Sprache habe er weniger studiert, er kenne sie aus Radio, Fernsehen und von der Straße.
Van Megen hat als Vatikandiplomat zuletzt viele Jahre in Afrika verbracht. Seit 2010 war er zunächst in Malawi, Sambia, Khartum (Sudan), Eritrea und zuletzt im Südsudan und in Kenia eingesetzt. Afrika zu verlassen, falle ihm nicht leicht, sagte van Megen: "Ich bin immer gerne in Afrika gewesen, vielleicht auch, weil der Kontinent so voller Farben ist, so voller Leben, so voller Kinder, so voller Energie – in einer Weise, wie wir uns das in Europa beinahe nicht mehr vorstellen können."