Neuapostolische Kirche erlaubt Frauenordination ab 2023

Keine Quotenregelung

Die internationale Neuapostolische Kirche will geistliche Ämter für Frauen öffnen. Die Reform betrifft alle Amtsstufen: Diakon, Priester und Apostel, so der Hauptsitz der Kirche in Zürich. Die Neuregelung soll 2023 in Kraft treten.

Symbolbild Eine Frau in weißem, liturgischem Gewand / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Eine Frau in weißem, liturgischem Gewand / © Harald Oppitz ( KNA )

Grund für den Schritt sei die "Gleichwertigkeit und Gleichwürdigkeit der Geschlechter".

Mit Blick auf die weltweiten kulturellen Unterschiede gelte: "Der damit verbundene Amtsauftrag wird überall dort erteilt, wo es von der Gesellschaft und Gemeinde angenommen wird." Es gehe nicht darum, "sofort überall Amtseinsetzungen von Frauen" vorzunehmen.

Keine Quotenregelung

Entscheidend sei Gottes Wille - "nicht der menschliche". Daher verbiete sich eine Quotenregelung.

Mann mit einer Kerze in einer südafrikanischen Kirche / © Adriana Mahdalova (shutterstock)
Mann mit einer Kerze in einer südafrikanischen Kirche / © Adriana Mahdalova ( shutterstock )

Die Neuapostolische Kirche berief bisher traditionell nur Männer. Eine "lehrmäßige Begründung" dafür habe jedoch gefehlt, so die Kirchenleitung: "Weder Worte noch Taten Jesu lieferten einen eindeutigen Grund." Darum habe man nach jahrelangen Beratungen beschlossen, die Frauenordination zu ermöglichen.

Meiste Mitglieder leben in Afrika

Der Neuapostolischen Kirche gehören nach eigenen Angaben rund neun Millionen Gläubige weltweit an. Sie besteht aus rechtlich selbstständigen Gebietskirchen unter dem gemeinsamen Dach einer einheitlichen Lehre und internationalen Führungsgremien. In Deutschland bekennen sich den Angaben zufolge etwa 315.000 Christen zum neuapostolischen Glauben. Die meisten Mitglieder (86 Prozent) leben in Afrika. Zu den zentralen Anschauungen der Gemeinschaft zählt die Erwartung einer Wiederkunft Jesu Christi.

Eine Frau betet mit Kreuz in der Hand über einer Bibel / © Doidam 10 (shutterstock)
Eine Frau betet mit Kreuz in der Hand über einer Bibel / © Doidam 10 ( shutterstock )

In Deutschland ist die Neuapostolische Kirche seit 2019 Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Beim Katholikentag im Mai in Stuttgart hatte erstmals ein Vertreter der Kirche am ökumenischen Gottesdienst mitgewirkt. Ebenfalls zum ersten Mal war sie mit einem Stand auf der Kirchenmeile des Katholikentags vertreten.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland ist das wichtigste ökumenische Gremium in Deutschland. Zu ihr gehören 18 Kirchen und Gemeinschaften. Sieben weitere haben einen Gast- und fünf einen Beobachterstatus. Als Ziel gilt die Überwindung der Spaltungen der Christenheit.

An der Spitze der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland: Erzpriester Constantin Miron / © Cornelis Gollhardt (KNA)
An der Spitze der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland: Erzpriester Constantin Miron / © Cornelis Gollhardt ( KNA )
Quelle:
KNA