Nahost-Krieg lässt Restaurierung von Jerusalemer Grabeskirche stocken

Geburtsgrotte zu Weihnachten fertig?

Seit Kriegsbeginn vor zwei Wochen sind die Restaurierungsarbeiten in der Jerusalemer Grabeskirche gestoppt. Laut dem zuständigen "Hüter der Heiligen Stätten" darf derzeit niemand außer den Mönchen die Kirche betreten.

Gerüst um die Grabädikula in der Grabeskirche in Jerusalem. / © Andrea Krogmann (KNA)
Gerüst um die Grabädikula in der Grabeskirche in Jerusalem. / © Andrea Krogmann ( KNA )

Allerdings seien die archäologische Arbeit und die Infrastruktur unter dem Fußboden praktisch abgeschlossen. Es fehle noch die fachgerechte Verlegung des Fußbodens, sagte der Kustos der Franziskaner im Heiligen Land, Francesco Ielpo, am Wochenende der Katholischen Nachrichten-Agentur in Jerusalem.

Hinzu kommen nach Worten des Ordensmanns die Restaurierungsarbeiten an der Eingangstür. Alle Arbeiten an der Kirche sollten "noch in diesem Jahr abgeschlossen sein, die am Eingangsportal bereits in ein oder zwei Monaten".

Bodenarbeiten in der Jerusalemer Grabeskirche / © Jan Hendrik Stens (DR)
Bodenarbeiten in der Jerusalemer Grabeskirche / © Jan Hendrik Stens ( DR )

Die Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt zählt zu den wichtigsten Orten der Christenheit. Christen verehren dort den Ort der Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung Jesu. Jährlich ist die Kirche Ziel Hunderttausender Besucher. Nach Erkenntnissen der modernen Archäologie spricht vieles dafür, dass Jesu Grab auf dem Gelände der Kirche gelegen haben kann.

Erneuerung von Beleuchtung und Brandschutz 

Ende Januar haben auch Restaurierungsarbeiten an der Geburtsgrotte in Bethlehem begonnen. Im Herzstück der Geburtskirche müssen nach Worten Ielpos Elektroanlage, Beleuchtung und Brandschutz erneuert werden. Zudem würden der Marmor und die übrigen Steine gereinigt und mit modernen Techniken konsolidiert. 

Eine Frau betet vor dem verschlossenen Haupteingang zur Grabeskirche in Jerusalem / © Debbie Hill/OSV news (KNA)
Eine Frau betet vor dem verschlossenen Haupteingang zur Grabeskirche in Jerusalem / © Debbie Hill/OSV news ( KNA )

Auch sei ein neues Belüftungssystem samt einer Kontrolle der Luftfeuchtigkeit in der Grotte vorgesehen. Ursprünglich sollten die Arbeiten vor Weihnachten 2026 abgeschlossen sein. Durch den Krieg könnte sich das jedoch etwas verschieben, so der Franziskaner.

Archäologische Entdeckungen habe es bei den Restaurierungen bislang nicht gegeben; sie stünden auch nicht im Fokus. Einzig Fragmente von Mosaiken, "einige Zentimeter groß", habe man an den Wänden gefunden; sie würden gründlich untersucht und später im Kontext der Gesamtarbeiten vorgestellt.

Stall oder Höhle

Die Geburtskirche steht im Zentrum von Bethlehem. An der Stelle, an der Maria in einer Höhle Jesus zur Welt gebracht haben soll, wurde unter Kaiser Konstantin im Jahr 326 der Vorgängerbau der heutigen Kirche errichtet. Der Hauptaltar der im sechsten Jahrhundert neu erbauten Basilika befindet sich über einer zwölf mal zehn Meter großen Grotte. Dort wird, markiert durch einen 14-zackigen Stern auf dem Boden, der Geburtsort Jesu verehrt.

Francesco Ielpo ist seit acht Monaten Kustos der Franziskaner in Jerusalem und damit im Auftrag des Papstes auch "Hüter der Heiligen Stätten". Damit ist er mit dem Lateinischen Patriarchen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der oberste Repräsentant der Katholiken in der Region.

Geburtskirche

Geburtskirche in Bethlehem / © Renardo Schlegelmilch (DR)
Geburtskirche in Bethlehem / © Renardo Schlegelmilch ( DR )

Die Geburtskirche im Zentrum von Bethlehem ist eine der heiligsten Stätten der Christenheit. An der Stelle, an der Maria in einer Höhle Jesus geboren haben soll, wurde unter Kaiser Konstantin 326 der Vorgängerbau der heutigen Kirche errichtet. Der Hauptaltar der im sechsten Jahrhundert neu erbauten Basilika befindet sich über einer zwölf mal zehn Meter großen Grotte. Dort wird, markiert durch einen 14-zackigen Stern auf dem Boden, der Geburtsort Jesu verehrt. Der Eintritt in die Kirche erfolgt seit dem 16. Jahrhundert durch die nur 1,20 Meter hohe "Tür der Demut".

Quelle:
KNA