Syrischer Patriarch bittet Papst um Hilfe bei Sanktionsaufhebung

Nach Libanon-Kirchengipfel im Vatikan

Der Patriarch der syrisch-orthodoxen Kirche Ignatius Aphrem II. hat Papst Franziskus um Unterstützung für sein Land gebeten. Er appellierte an den Papst, sich für die Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen Syrien einzusetzen.

Papst Franziskus mit Vertretern der christlichen Kirchen im Libanon im Petersdom / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus mit Vertretern der christlichen Kirchen im Libanon im Petersdom / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Dies teilte das syrisch-orthodoxe Patriarchat auf seiner Internetseite mit.

Das Oberhaupt der orientalischen Glaubensgemeinschaft hatte am Donnerstag an einem eintägigen Libanon-Kirchengipfel im Vatikan teilgenommen. Dazu hatte Franziskus mehrere Patriarchen und Bischöfe verschiedener im Libanon beheimateter Kirchen nach Rom eingeladen. Bereits am Mittwoch sei der Patriarch mit dem Papst zu einem persönlichen Gespräch zusammengetroffen, hieß es.

Demnach ging es dabei auch um Hilfe bei der Suche nach den entführten syrischen Erzbischöfen Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi. Über den Verbleib der beiden 2013 entführten Kirchenmänner gebe es weiterhin keine Kenntnisse.

Rai wirft libanesischen Politikern Verfassungsverletzung vor

Unterdessen hat der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai den politischen Vertretern des Libanons vorgeworfen, die Verfassung zu verletzen. "Jeder verstößt gegen die Verfassung, auch der Präsident der Republik, angefangen bei der Regierungsbildung bis hin zu seiner Arbeitsweise im Allgemeinen", sagte Rai am Freitag dem libanesischen Fernsehsender "MTV".

Rai hält sich gegenwärtig in Rom auf. Er fordere deshalb nicht den Sturz des libanesischen Präsidenten Michel Aoun, weil er "nicht der einzige Verantwortliche" sei, so Rai weiter. Die Verantwortung für die schwere wirtschaftliche und politische Krise im Libanon liege bei jedem einzelnen.

Bei einem Treffen mit Papst Franziskus im Rahmen der vatikanischen Krisenkonferenz zum Libanon seien auch die Frage der Hisbollah, der Neutralität sowie der von Rai seit Monaten geforderten internationalen Libanonkonferenz thematisiert worden, so Rai laut Bericht. In einem Interview des libanesischen Senders "LBCI" äußerte er ferner die Sorge, dass die Präsenz der pro-iranischen Hisbollah eine internationale Unterstützung für den Libanon verhindern könnte.

Kardinal Bechara Boutros Rai / © Paul Haring (KNA)
Kardinal Bechara Boutros Rai / © Paul Haring ( KNA )
Quelle:
KNA