Papst Franziskus reist weiter nach Mauritius

"Moment der Brüderlichkeit und Gemeinschaft"

Als letzte Station seiner Südostafrika-Reise ist Papst Franziskus am Montag auf die Insel Mauritius eingetroffen. Dort stehen eine Messe sowie Begegnungen mit den Spitzen von Politik, Kirche und Zivilgesellschaft auf dem Programm. 

Auf Mauritius: Eine Kirche direkt am Strand / © Leoks (shutterstock)
Auf Mauritius: Eine Kirche direkt am Strand / © Leoks ( shutterstock )

Am Flughafen wurde Franziskus von Premierminister Pravind Kumar Jugnauth empfangen. Tausende Inselbewohner und Pilger aus dem südlichen Afrika trafen in den vergangenen Tagen in der Hauptstadt Port Louis ein. Erwartet werden auch Einwohner des französischen Überseedepartements der Seychellen.

Kardinal Maurice Piat von Port Louis sieht in dem knapp zwölfstündigen Besuch einen "Moment der Brüderlichkeit und Gemeinschaft für unsere Nation". Der mauritische Jesuit Georges Cheung zeigte sich zuversichtlich, dass die Anwesenheit des Papstes den Politikern eine Gelegenheit biete, "ihre Parteipolitik zu überwinden".

 

​Gut acht Monate sind es noch, bis am 16. Mai 2020 die Oberammergauer Passionsspiele beginnen. Doch die Darsteller bereiten sich schon lange auf die 103 Spieltage vor - unter anderem an Originalschauplätzen des Leidens Jesu.

#PopeFrancis kicks off his one-day #ApostolicJourney to #Mauritius, visiting on the same day as the feast of Blessed Jacques Désiré Laval. https://t.co/eRPWQ73ssv

— Vatican News (@VaticanNews) 9. September 2019

 

140 Häftlinge freigelassen

Auf Mauritius sollen am Montag mehr als 140 Häftlinge "im Rahmen des Besuchs von Papst Franziskus" frühzeitig aus dem Gefängnis gelassen werden. Das entschied das Büro des Präsidenten am Sonntagabend, wie das lokale Nachrichtenportal "Defimedia" berichtet. Demnach sitzen die Straftäter wegen verschiedener Delikte ein, darunter Diebstahl, Drogenbesitz und Körperverletzung. Ihre reguläre Haftzeit wäre in einem Monat abgelaufen, hieß es.

Die Inselrepublik Mauritius vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean hat rund 1,3 Millionen Einwohner auf 2.000 Quadratkilometern; das ist etwas weniger Fläche als das Saarland. Rund 68 Prozent der Mauritier sind indischer Abstammung (vorwiegend Hindus und Muslime), 27 Prozent Kreolen (afrikanische Herkunft, vor allem Christen). Das Zusammenleben zwischen den diversen Religionen und Ethnien gilt als harmonisch.

Vertriebene Familie assistiert am Altar

Die frühere britische Kolonie ist seit 1968 unabhängig, seit 1992 Republik. Die parlamentarische Demokratie gilt als beispielhaft für Afrika. Mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von 10.000 bis 11.000 US-Dollar pro Jahr zählt der Inselstaat zu den Ländern mit mittlerem Einkommen und zur Spitzengruppe in Afrika.

Bei der Papstmesse am Vormittag soll eine vertriebene Familie von den Chagos-Inseln Papst Franziskus am Altar assistieren. Sie des Archipels waren in den 1970er Jahren von der Inselgruppe im Indischen Ozean vertrieben worden, als Großbritannien sein Überseegebiet an die USA verpachtete. Seitdem befindet sich eine US-Militärbasis in dem früheren Tropenparadies. Beobachter werten die Einbeziehung der Familie vor diesem Hintergrund als symbolische Aktion. Nach einer Übernachtung in Madagasakar kehrt der Papst am Dienstag nach Rom zurück.

Quelle:
KNA
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