Moderator Heinze engagiert sich im Bistum Dresden-Meißen

Glaubensverkündigung am Mikrofon

Daniel Heinze ist Podcaster, Radiomoderator und Katholik aus Leipzig. Die Kirche ist für ihn eine Familie, aus der er nicht austreten kann. Kirchen-Themen sind sein täglich Brot. Und er engagiert sich im Bistum Dresden-Meißen.

Daniel Heinze / © Andreas Gäbler (Bistum Dresden-Meißen)

Himmelklar: Katholisch zu sein in Sachsen, ist etwas ganz anderes als zum Beispiel in Münster oder Köln und bedeutet, den Glauben in der Diaspora zu leben. Gut drei von vier Menschen in Ostdeutschland sind konfessionslos. Fühlt sich das für Sie auch so an?

Daniel Heinze (Podcaster, Radiomoderator und Katholik): Na ja, das ist halt Realität, mein Leben lang. Ich kenne es gar nicht anders, aber mir ist das über all die Jahre, die ich jetzt als Kirchenredakteur im Radio arbeite, natürlich bewusst. Das ist irgendwie täglich Brot. Und mein Job ist es, mit dem, was wir an Kirchen-Sendungen im Radio machen, zu Menschen zu sprechen, die mit Kirche nichts oder wenig zu tun haben, weil das die Hauptzielgruppe unserer ganz normalen Radiosender ist. Das DOMRADIO zum Beispiel ist ja ein Radiosender, der sich bewusst auch an eine christlich geprägte Hörerschaft wendet. Bei uns ist es so: Wir wenden uns an alle Menschen, die hier leben. Da sind natürlich auch ganz viele Nichtchristen dabei. Dementsprechend ist diese Grundhaltung, erklären zu müssen und zu wollen, was einen trägt und was einem wichtig ist, sicherlich sehr in meiner DNA drin über all die Jahre.

Ich finde das aber persönlich nicht schlimm, weil ich wahrnehme, dass es auch den Effekt hat, dass man sich seines eigenen Standpunktes ein bisschen mehr vergewissern muss und auch ein paar mehr Fragen und Zweifel vielleicht hin und her bewegt als das manche Menschen machen, für die Kirche noch viel selbstverständlicher ist und für die sie einfach wie so ein Grundrauschen mit dabei ist. Noch zu DDR-Zeiten fing das an bei mir als Kind, aber bis heute war ich immer der Sonderling wegen der Kirche. Das ist nicht schlimm und das soll um Himmels Willen nicht klingen, als wäre ich jetzt therapiebedürftig oder so, aber das prägt natürlich die eigene Haltung und die eigene Wahrnehmung dessen, wo man beheimatet ist.

Himmelklar: Podcasts sind keine neue Erfindung, aber trotzdem sind sie wieder aufgelebt. Ihr Podcast "Mit Herz und Haltung" ist ziemlich genau so alt wie unser "Himmelklar"-Podcast, hat aber nicht mehr nur mit der Corona-Pandemie zu tun, aber ist währenddessen entstanden, richtig?

Heinze: Ganz genau. Das ist, glaube ich, auch eine Parallele bei unseren beiden Projekten. Ich finde das ganz spannend und ganz schön. Die Idee war von der Katholischen Akademie im Bistum Dresden-Meißen im April 2020, also in der Hochzeit dieser ersten Corona-Welle, zu sagen: Wir wollen trotzdem als Katholische Akademie da sein bei den Menschen und wir wollen irgendwie vielleicht eine Reflexionsebene zu dieser so in der Form unbekannten Art von Pandemie liefern. Was haben wir dazuzulegen aus theologischer Perspektive, aus wissenschaftlicher oder aus philosophischer Perspektive, also aus verschiedensten Gewerken? Da ist quasi die Idee für diesen Podcast entstanden.

Es hat sich relativ schnell herausgestellt, dass das nicht nur ein gutes Krisenmedium ist für solch eine Krisenzeit, sondern dass das ganz grundsätzlich ein guter Raum ist für Debatten und für die Möglichkeit, aus der Diaspora heraus was beizutragen, aus Dresden und Leipzig heraus – wir sind ja mehrere Metropolen zum Glück. Zum einen zu den Debatten, die hier bei uns vor Ort stattfinden, andererseits aber eben auch in der katholischen Kirche in ganz Deutschland.

Deswegen hat sich das ähnlich wie bei euch geweitet von so einem coronabedingten Ding hin zu einer Sache, die versucht, alle möglichen Debatten, die gerade wichtig sind in Kirche, Gesellschaft, Politik und Kultur abzubilden und irgendwie eine Möglichkeit zu geben, dass Menschen damit umgehen können. Dass also quasi Menschen "Mit Herz und Haltung" – deswegen auch der Titel – in die Debatte einsteigen und die weitertragen. Und das bitte gerne auch über die Grenzen des Bistums Dresden-Meißen hinaus.

Himmelklar: Wieso glauben Sie, funktionieren Kirche, Glaube und theologische Themen über Podcast?

Heinze: Das Schöne ist erst mal, dass Sie sagen: Es funktioniert. Das setzt ja die Frage schon mal voraus. Das nehme ich jetzt einfach mal hin, das glaube ich nämlich auch. Der Unterschied zu Radiosendungen ist tatsächlich, glaube ich, die andere Hörsituation. In meiner Wahrnehmung hören die meisten Menschen Podcasts in einer sehr intimen Situation. Zumindest sind wir in einer sehr intimen Situation, denn meistens haben die Leute Kopfhörer auf dem Ohr oder gar im Ohr, wenn sie Podcast hören. Dann ist man ja anders eingestellt, als wenn in der Küche irgendwie das Radio dudelt oder man da die Aufmerksamkeit kriegen muss.

Ich glaube also, dass generell diese Podcast-Form eine gute Form ist, um sich bestimmten speziellen Inhalten genauer und näher zu widmen. Ich glaube im konkreten Fall das, was vielleicht auch "Mit Herz und Haltung" ausmacht: Es gab da nirgendwo einen Auftrag. Es gab da nirgendwo die Aufgabe, wir müssen jetzt in Form von Podcasts theologische Debatten anstoßen, sondern wir haben einfach gemerkt: Guck mal, das eignet sich und es funktioniert, um Themen dorthin zu tragen, wo wir vielleicht auch nicht in Person sein können. Also man kann nicht immer die großen Namen in jeden Ort stellen. Und auf der anderen Seite kann man natürlich auch mit Leuten reden über Zoom oder ähnliche Medien und sich die dann in den Podcast holen, ohne dass die vielleicht in Dresden zwingend zu einer Akademieveranstaltung kommen.

Ich denke, diese Mischung macht es. Intime Situationen: Ich kann es hören, wann es mir passt, ob in der Badewanne oder beim Joggen oder beim Kochen. Und ich kann unter Umständen als Macher mit Menschen sprechen oder Menschen erreichen, die ich sonst nie rankriegen würde, weil sie vielleicht gar keine Gelegenheit hätten, zu kommen. Wenn wir es dann noch schaffen, die Debatte so interessant zu gestalten, dass andere darauf einsteigen oder sagen, "Mensch, hör dir das mal an" oder so, ich glaube, dann ist da Musik drin.

Himmelklar: Das ist ein gutes Stichwort: Vor allem im Radio dreht sich ja nicht alles um’s Sprechen, um Textbeiträge und Interviews, sondern da läuft auch viel Musik. Genauso wie in Ihrem Leben. Welche Rolle spielt sie?

Heinze: Ich glaube, es gibt nichts, was mir persönlich mehr Freude und Glück bereitet als tatsächlich Musik. Das ist meine Wahrnehmung von Paradies. Das ist meine Wahrnehmung von Glück und von Sorge. Ich bin ein Mensch, der total auf Musik abfährt. In meiner Wohnung stehen ganz viele CDs. Ich bin so ein Musik-Nerd. Ich kann Ihnen in meinem Leben Anlässe sagen und kann Ihnen das passende Lied dazu sagen. Das geht sicherlich vielen so, aber das ist bei mir so eine Grundhaltung. Und dann mache ich auch selber ein bisschen Musik. Wir sagen ja immer, dass man Gott nicht beschreiben kann, weil er sonst ja nicht Gott wäre, wenn wir ihn definieren und beschreiben könnten. Es gibt ja die Kunst, um so eine Ahnung dessen, was wir nicht sagen können, irgendwie zu ermöglichen. Manche finden das in irgendwelchen Fresken oder Bildern, dafür habe ich auch eine Antenne, aber am größten ist diese Antenne, wenn es um Musik geht.

Ich fühle bei Musik Dinge, die ich nicht beschreiben kann, die ich nicht erklären kann und die für mich aber definitiv mehr sind als biochemische Prozesse in meinem Gehirn. Sie sind für mich das Ahnen von Schönheit, Wut, Freude, Liebe, Glück, Gott. Also ich habe jetzt mal gerade das Hohelied auf die Musik gesungen. Sie ist einfach überall bei mir.

Himmelklar: Gerade beim Katholikentag und bei Gottesdiensten in der Kirche nimmt Musik auch eine bedeutsame Rolle ein. Können Sie mit Kirchenmusik genauso viel anfangen?

Heinze: Anfangen grundsätzlich ja, wobei das Verhältnis da ganz interessant ist. Die Musik, für die ich mich begeistere, ist in allererster Linie zeitgenössische Rock- und Popmusik mit einem Hang zur amerikanischen Jam-Band-Musik. Das ist recht spezielle Rock- und Popmusik mit sehr langer Form, wo viel improvisiert wird, mit Jazzeinflüssen und Blueseinflüssen. Das ist so meine musikalische Heimat auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite kann ich sehr viel der britischen Singer-Songwriter und Sängertradition abgewinnen, also von den Beatles bis Van Morrison bis Sinead O'Connor – die Sängerin, die ich groß verehre. Also, ich bin in der Popkultur im weitesten Sinne zu Hause. Und man merkt mir auch an, glaube ich, dass ich inzwischen über 40 bin und jetzt nicht mehr so viel anfangen kann mit Capital Bra oder so, wobei das sicherlich auch seine Berechtigung hat.

Wenn es um Kirchenmusik geht, merke ich für mich selbst, dass ich mit den klassischeren Formen mehr verbunden bin als mit manchen modernen Formen. Das liegt aber definitiv an mir und nicht an den modernen Formen. Ich bin hier und da für mich einfach zu dem Schluss gekommen, dass mich ein Gottesdienst mit sehr reduzierter Musik, mit Gregorianik oder mit einem klassischen Gemeindelied in vielen Situationen eher anspricht als ein Gottesdienst mit einer Band oder relativ modernen Sachen.

Wobei ich natürlich auch schon erlebt habe, dass die Sachen toll funktionieren. Ein gutes Beispiel dafür fand ich: Ich habe mir die Übertragungen von der letzten Vollversammlung vom Synodalen Weg angeschaut. Und was da an Musik gemacht wurde, das fand ich großartig. Gerade weil es auch so einen Bogen geschlagen hat zwischen alter musikalischer Tradition in der Kirche und neuen, modernen Formen. So etwas finde ich gut.

Wenn ich die Wahl hätte zwischen 'gehen wir in einen klassischen Gemeindegottesdienst' oder 'gehen wir in einen Gottesdienst mit Band', würde ich mich wahrscheinlich zur Überraschung mancher eher für den traditionellen Gottesdienst entscheiden. Aber das ist wirklich nur Geschmackssache. Hauptsache Musik!

Interessanterweise ist die Musik fast auch ein Mittel für mich, um mich mal nicht religiös ausdrücken zu müssen. Das klingt total Banane, ergibt sich aber dann, wenn Sie überlegen, was ich beruflich mache, nämlich hauptberuflich über Glauben reden und auch mal erklären und ein persönliches Glaubenszeugnis geben. Das mache ich tagein, tagaus und ich liebe es. Es ist ein toller Job und ich will keinen anderen machen.

Die Musik ist das Hobby und ich habe Musik gemacht als Teenager. Ich schreibe Songs und habe eine Band und mache Solomusik. Aber das ist alles Musik, die nicht zwingend was mit Glauben zu tun hat. Wir sind keine religiöse Band oder keine Band, die jetzt offensichtlich kirchliche oder religiöse Themen behandelt. Trotzdem glaube ich, es gibt in Sachsen kaum ein katholisches Gemeindefest, auf dem wir noch nicht gespielt haben. Das schließt sich ja nicht aus.

Aber tatsächlich ist das mein Ventil, um die Themen zu bearbeiten oder vielleicht auf eine Art und Weise zu bearbeiten, die nicht in erster Linie was religiös Konnotiertes hat. Sicherlich könnten mir jetzt Menschen, die es nicht gut mit mir meinen, auch sagen: Du predigst in deinen Liedern genauso. Kann sein, aber dann ist es halt so.

Himmelklar: Wenn Sie nicht gerade am Mikro sind, egal ob für Glaube oder für Musik, dann engagieren Sie sich im Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen. Ist das auch Ihr Ausdruck des Glaubens oder was liegt Ihnen daran? Was ist Ihnen daran wichtig?

Himmelklar: Fürchtet euch nicht!

Was bringt uns Hoffnung in der Corona-Pandemie? Damit befasst sich jeden Mittwoch der katholische Podcast "Himmelklar. Menschen zwischen Alltag, Kirche und Politik sprechen über ihr Leben im Ausnahmezustand und alle Fragen, die uns seit Beginn der Pandemie bewegen. Himmelklar ist ein überdiözesanes Podcast-Projekt koordiniert von der MDG mbH in Zusammenarbeit mit katholisch.de und DOMRADIO.DE. Unterstützt vom Katholischen Medienhaus in Bonn und der APG mbH. Moderiert von Katharina Geiger und Renardo Schlegelmilch.

Himmelklar (DR)

Heinze: Ich denke, das hat vielleicht mit dem vollzogenen Glauben weniger zu tun als mit dem Ringen um Zukunft für unsere Kirche. In den Katholikenrat bin ich so ein bisschen durch meine große Klappe reingeschlittert. Ich habe mal irgendwann eine Veranstaltung für den Katholikenrat moderiert und fand das nur so mittelgut, sowohl vom Zuspruch her als auch von der Veranstaltung. Da dachte ich mir: Mensch, das muss man doch mal auf bessere Beine stellen, das ist doch wichtig, dass es diese Vertretung des Kirchenvolkes gibt. Dann ergab es sich irgendwann, da habe ich die Anfrage bekommen: Du sag mal, du mit der großen Klappe da, wir brauchen Leute, die weiter mitmachen, hättest du Lust, dich zur Wahl zu stellen?

Ich habe überlegt: Du bist jetzt so lange schon im kirchlichen Bereich im weitesten Sinne tätig, vielleicht ist es ja jetzt die richtige Zeit, um auch mal Verantwortung zu übernehmen und auch mal zu sagen: Okay, ich will mitgestalten und das konstruktiv. Das ist die Grundhaltung, die ich gegenüber dem ganzen "Laden" entwickelt habe. Ich glaube, ich habe die Kraft und das Know-how, an manchen Punkten in unserer Kirche mit dafür zu sorgen, dass sich endlich mal Dinge bewegen. Und ich bin noch optimistisch und, manche mögen sagen, naiv genug, um zu sagen: Das Engagement lohnt sich – und das ist wichtig und richtig, sich aufzureiben. Auch wenn das mitunter natürlich dazu führt, dass du dich am Ende eines Wochenendes fragst: Sag mal, bist du bekloppt? Andere hängen in der Hängematte und sitzen im Garten, und du hast dich auf einer Versammlung über irgendwelche synodalen Wege und Prozesse unterhalten, gestritten, gerungen, dich um Versöhnung oder um Kompromisse versucht zu bemühen, wo vielleicht viele Verhärtungen sind.

Aber ich glaube, das ist genau der Grund, warum ich das mache: Weil ich denke, es braucht noch den letzten engagierten Rest, der noch da ist. Mir ist völlig klar, wie kritisch die Situation für unsere Kirche gerade hier auch in Deutschland ist. Ich habe viele Fragezeichen vor dem, was da kommt. Ich habe keine Ahnung, wie lange meine Energie reicht, da weiter mitzumachen, aber aktuell kann ich sagen: Wenn ich das nicht tun würde, dann würde es mir schlechter gehen. Deswegen engagiere ich mich zum Beispiel im Katholikenrat.

Himmelklar: Da spricht der Optimismus aus Ihnen, würde ich mal behaupten. Manchmal kommt man ja, gerade wenn man sich so stark engagiert, auch an einen Punkt, an dem man denkt: Irgendwie ändert sich doch nichts, gerade bei dem großen, etwas behäbigen Schiff Kirche. Oder?

Heinze: Na klar, ich meine, das ist das, was ihr auch zu Beginn jeder "Himmelklar"-Folge macht, wenn ihr den großen Überblick über die Themen aus der katholischen Woche jeweils gebt: Wenn ich da höre, dass ein Generalvikar in die alt-katholische Kirche gewechselt ist und das sicherlich nicht macht, weil er eine Schlagzeile wollte, sondern weil eine lange Geschichte und ein persönliches Ringen dahintersteckt, dann fragst du dich selber natürlich auch: Ist er der Konsequentere? Macht er vielleicht das Richtige? Oder ist er jetzt völlig durchgeknallt, oder ...? Unabhängig von der Bewertung dieses Schrittes, da steckt ja ein Ringen um Kirche hinter.

Ich erlebe so viele Menschen gerade auch bei uns, wo wir vermeintlich so wenige sind – es gibt ja trotzdem viele engagierte Katholikinnen und Katholiken – und hoffe immer bei denen, die sich engagieren, dass denen der Mut und die Empathie und das Beheimatet-Fühlen in der Kirche nicht ausgeht, weil ich einfach nicht sehe, wie es anders funktionieren könnte. Mir ist diese These durchaus bewusst – dieses "Wir müssten eigentlich alle austreten, nur dann wird sich in dem Laden was ändern, weil dann verstehen die, dass sich da was ändern muss."

Ich habe aber irgendwie von der Kirche diese Vorstellung von einer Familie, aus der ich nicht austreten kann. Ich kann mich zu ihr verhalten und ich muss mich sicherlich von ihr entfernen, wenn sie toxisch für mich ist, aber sie wird immer irgendwie zu mir gehören und ich habe mich zu ihr zu verhalten. Das ist so meine persönliche Einstellung und deswegen ist es nicht leicht, aber sicherlich ist der Antrieb der Wunsch nach einer Änderung und die Hoffnung, etwas beitragen zu können.

Himmelklar: Für Ihre Glaubensverkündigung, alle Projekte und Ihr Engagement als Katholik: Was gibt Ihnen da Hoffnung? Was lässt Sie so positiv nach vorne gucken und weitermachen?

Heinze: Hoffnung geben mir die Menschen, die ich erlebe, die mir zeigen, dass Kirche mehr ist als die verfasste Kirche, an der man sehr viel kritisieren muss und in meiner Wahrnehmung viel verändern sollte. Ich sehe, dass es Leute gibt, die in ihrem Wirkungsbereich einfach christlich leben und die einfach das Christliche ins Politische tragen, in die Gesellschaft rein, die an ihrem Ort wirken und ohne das groß an den Nagel zu hängen, einfach überzeugte Christen sind und von dieser frohen Botschaft vom auferstandenen Jesus Christus beseelt sind.

Dass das ein Grund ist, der trägt und dass das ein Grund ist, der vielleicht größer ist oder hoffentlich größer ist als die fundamentalen Probleme, die wir in unserer Kirche haben, das gibt mir Hoffnung. Auch mit Debatten wie wir sie im Podcast machen: Dass wir mit Debatten etwas anstoßen können, denn es braucht die Menschen, die in der Gesellschaft wirken und ihren Glauben einfach zeigen. Ich kann noch so viel im Radio erzählen über: "Wir Christen glauben das und jenes ...". Wenn das nicht untermauert wird durch Menschen überall, die einfach machen und glaubwürdig im besten Sinne sind durch ihr Leben, dann hätte diese Botschaft keine Chance.

Ich denke aber, diese Botschaft ist stark genug, um auch Krisenzeiten von Kirche zu überstehen. Ich denke auch, dass unser Fundament, unser Glauben die Lösung ist für die Herausforderungen, die wir gerade haben. Das ist eine ganz entscheidende Hoffnung, die ich habe, dass dieser Glaube stärker ist als die Probleme, die wir in Angriff nehmen müssen.

Das Interview führte Katharina Geiger.

Quelle:
DR