Das schreibt der katholische Militärseelsorger Sven Hofmann am Samstag in einem Beitrag auf dem Portal katholisch.de. Soldaten bräuchten jedoch "überall und jederzeit ein offenes Ohr und eine helfende Hand". Daher sei geistliche Begleitung ein wichtiger Teil der Betreuung im Dienst und besonders in Auslandseinsätzen.
Seelsorger seien Ansprechpersonen für Gespräche, persönliche Sorgen und Trauer. Viele Soldaten suchten gerade nach belastenden Erlebnissen das Gespräch. Die Militärseelsorge biete eine besondere Form der Unterstützung: Seelsorger unterliegen dem Beichtgeheimnis und sind nicht in die militärische Hierarchie eingebunden.
Betreuung unabhängig der Religion
Soldatinnen und Soldaten könnten sich deshalb mit allen Anliegen an sie wenden, unabhängig davon, ob sie religiös sind oder nicht. Zugleich könnten Militärseelsorger Anliegen von Soldaten direkt gegenüber Vorgesetzten ansprechen und sich für deren Belange einsetzen.
Wie wichtig solche Angebote seien, zeigten auch Erfahrungen aus Auslandseinsätzen, schreibt Hofmann, der zuletzt in Litauen eingesetzt war. Dort würden Orte der Militärseelsorge von Soldaten genutzt, um zur Ruhe zu kommen, miteinander zu sprechen oder Abschied zu nehmen, etwa nach tödlichen Unfällen im Einsatz.
Nach dem Soldatengesetz hat jeder Soldat und jede Soldatin Anspruch auf Seelsorge und ungestörte Religionsausübung. Bislang leisten in der Bundeswehr die evangelische und die katholische Kirche sowie die jüdische Gemeinschaft eine vertraglich vereinbarte Militärseelsorge für die Soldaten und deren Angehörige. Die Militärseelsorge wird vom Staat finanziert und organisiert; die Kirchen und Religionsgemeinschaften sind für die Inhalte verantwortlich und stellen auch die Seelsorger.