Debatte um öffentliche Gottesdienste geht weiter

Messen mit Distanz und Hygiene

Kirchen seien systemrelevant und groß genug, so Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Eingriffe in die Religionsfreiheit müssten immer wieder überprüft werden. Kanzleramtsminister Braun bekräftigt das Verbot. 

Thomas Sternberg während der Herbstvollversammlung des ZdK 2017 in Bonn / © Julia Steinbrecht (KNA)
Thomas Sternberg während der Herbstvollversammlung des ZdK 2017 in Bonn / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hat sich abermals dafür ausgesprochen, die Kirchen trotz der Corona-Krise wieder für Gottesdienste zu öffnen.

Es sei möglich, auch mit Distanzregeln und unter Einhaltung der Hygienevorschriften Messen abzuhalten, sagte Sternberg am Samstag im Deutschlandfunk. Viele Kirchen seien groß genug. Zudem könne man die Anzahl der Gottesdienste erhöhen, damit mehr Menschen daran teilnehmen könnten.

Gerade in der Corona-Krise müsse der Eingriff in die Religionsfreiheit immer wieder überprüft werden, sagte Sternberg. Es sei ein großer Irrtum, dass nur wenige Katholiken in die Kirche gingen. Gotteshäuser seien systemrelevant, denn hier hätten die Menschen die Möglichkeit, ihre Ängste zu verarbeiten.

Kanzleramtsminister bekräftigt Verbot

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat die strikten Vorgaben für Gottesdienste in der Corona-Krise gerechtfertigt. "Wir haben an der Ausbreitung des Virus etwa im Elsass gesehen, dass dort Gottesdienste, wo auch viel gesungen wurde, das Virus katapultartig verbreitet haben", sagte er der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger" (Samstag). Deshalb habe man sich "schweren Herzens" entschlossen, die Kirchen für gemeinsame Gottesdienste vorerst nicht wieder zu öffnen.

Quelle:
KNA
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