Bischof Sithembele Sipuk sorgt sich wegen Feiern in Südafrika

Massenzeremonien in Coronazeiten

In Südafrika gehören Rituale wie Ahnenzeremonien oder Massenbegräbnisse zum Alltag - auch wärend der Pandemie. Besondere Sorge bereitet Bischof Sithembele Sipuk jedoch das Teilen von Speisen und Getränken in Coronazeiten.

Rituale in Südafrika. / © urosr (shutterstock)

Angesichts einer erneuten Infektionswelle hat der Vorsitzende der südafrikanischen Bischofskonferenz seine Landsleute zu mehr Disziplin bei den Pandemie-Maßnahmen aufgerufen.

Es sei "besorgniserregend", dass staatliche Corona-Regeln nicht etwa für lebenserhaltende Maßnahmen gebrochen würden wie etwa bei Lebensmittelausgaben, sondern aus "Kultur- und Unterhaltungsgründen", sagte Bischof Sithembele Sipuka am Dienstag in Pretoria.

Rituale überdenken

Dabei müssten nicht zuletzt auch afrikanische Rituale wie Massenbegräbnisse oder Ahnenzeremonien überdacht werden. "Man sagt Afrikas Ahnen und Toten nach, dass sie das Leben wertschätzen. Daher sollte es sie nicht stören, wenn ein Ritual bis zum Ende der Covid-19-Pandemie verschoben oder anders durchgeführt wird, um Leben zu schützen", so der katholische Bischof von Umtata.

Besondere Sorge bereite ihm das Teilen von Speisen und Getränken aus einem Gefäß; dass Rituale durchaus nicht festgefahren seien, habe die Kirche bewiesen, die Gottesdienste aufgrund der Pandemie ebenfalls anders als gewohnt begangen habe, sagte Sipuka.

Sorge wegen steigenden Infektionszahlen

Zum Gipfel der Pandemie im August lag Südafrika auf Platz fünf der Länder mit den meisten Corona-Fällen. Zuletzt verzeichnete der Schwellenstaat zwischen 2.000 und 3.000 Neuansteckungen pro Tag.

Sorge bereitet der Regierung von Präsident Cyril Ramaphosa ein neuerlicher Anstieg der täglichen Infektionen in der östlichen Hafenstadt Port Elizabeth und der Kap-Region in den vergangenen Tagen.

Quelle:
KNA