Luxemburgs neues Großherzogspaar bei Papst Leo XIV.

Monarch trifft Pontifex

Vor knapp 16 Monaten besuchte der Papst den Großherzog von Luxemburg. Inzwischen gab es in beiden Spitzenpositionen Personalwechsel. Am Freitag wurde das neue Monarchenpaar von Papst Leo XIV. im Vatikan empfangen.

Papst Leo XIV. empfängt Großherzog Guillaume V. und Großherzogin Stéphanie von Luxemburg mit ihren Kindern am 23. Januar 2026 im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt Großherzog Guillaume V. und Großherzogin Stéphanie von Luxemburg mit ihren Kindern am 23. Januar 2026 im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA ( KNA )

Papst Leo XIV. hat am Freitag Großherzog Guillaume und Großherzogin Stéphanie von Luxemburg in Audienz empfangen. Darauf folgten Gespräche mit der diplomatischen Spitze des Vatikans, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Außenminister Paul Richard Gallagher, wie der Vatikan anschließend mitteilte. Dabei ging es etwa um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Erziehung der Jugend und den umfassenden Schutz der Menschenwürde.

Ebenso wurden aktuelle internationale Themen angesprochen, insbesondere die Situation Europas. Bei den "herzlichen Gesprächen" im Staatssekretariat seien die guten Beziehungen zwischen dem Großherzogtum Luxemburg und dem Heiligen Stuhl sowie zwischen Kirche und Staat in dem Land im Herzen Europas betont worden.

Katholischer Monarch

Papst Leo XIV. empfängt Großherzog Guillaume V. und Großherzogin Stéphanie von Luxemburg am 23. Januar 2026 im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt Großherzog Guillaume V. und Großherzogin Stéphanie von Luxemburg am 23. Januar 2026 im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA ( KNA )

Großherzog Guillaume (44) von Luxemburg trat im Oktober die Nachfolge seines Vaters Henri (70) als Monarch und Staatsoberhaupt des Großherzogtums an. Damals hatte Leo XIV. dem neuen Herrscher gratuliert. "Möge Seine Königliche Hoheit seinerseits dazu beitragen, ein Leben zu fördern, das auf der Achtung der christlichen Werte basiert, die die Identität Luxemburgs geprägt haben, und so das unermüdliche Streben nach dem Gemeinwohl unterstützen", schrieb der Papst an den katholischen Großherzog.

Leos Vorgänger, Papst Franziskus (2013-2025), hatte Ende September 2024 die Finanzmetropole Luxemburg besucht. Dabei traf er auch mit Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa samt ihrer 15-köpfigen Familie zusammen, darunter auch der damalige Thronfolger Guillaume, ältester von fünf Geschwistern.

Erst am vergangenen Samstag war europäischer Adel zu Gast im Vatikan: Fürst Albert II. von Monaco hatte Leo XIV. besucht, allerdings ohne Begleitung von Fürstin Charlène.

Kirche in Luxemburg

Luxemburg, zweitkleinster Mitgliedsstaat der Europäischen Union, ist seit dem 6. Jahrhundert katholisch geprägt. Von den rund 630.000 Einwohnern sind etwa 70 Prozent katholisch getauft, der Anteil der praktizierenden Katholiken ist allerdings seit rund 50 Jahren stark rückläufig. 

Auch der gesellschaftliche und politische Einfluss der Kirche geht zurück. Ihr gehörte noch Ende des 20. Jahrhunderts die wichtigste Tageszeitung, Religionsunterricht war Pflichtfach in der Schule; Staat, Kirche und die Christlich-Soziale Volkspartei CSV waren eng verbunden. 

Blick auf die Kathedrale von Luxemburg / © Mikalai Nick Zastsenski (KNA)
Blick auf die Kathedrale von Luxemburg / © Mikalai Nick Zastsenski ( KNA )
Quelle:
KNA