Luxemburger Pauly wird neuer Chef der Vatikanbank

Mit soliden Ergebnissen in die Zukunft

Die Vatikanbank IOR schreibt seit langem wieder schwarze Zahlen und ist frei von Skandalen. Ihr langjähriger Chef, ein Franzose, geht bald in den Ruhestand. Der Nachfolger François Pauly kommt aus Luxemburg.

Der Hauptsitz des Istituto per le Opere di Religione (IOR), der Vatikanbank, am 6. Mai 2018 im Vatikan. / © Stefano dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Der Hauptsitz des Istituto per le Opere di Religione (IOR), der Vatikanbank, am 6. Mai 2018 im Vatikan. / © Stefano dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

François Pauly (61), derzeit Chef der Finanz- und Versicherungsgruppe La Luxembourgeoise, wird neuer Aufsichtsratschef der Vatikanbank IOR. 

Wie das Geldinstitut am Mittwoch in Rom mitteilte, soll Pauly in der Aufsichtsratssitzung am 28. April ernannt werden. Bis dahin bleibt der Franzose Jean-Baptiste Douville de Franssu (62) im Amt. Er leitet die Geschicke des vatikanischen Geldinstituts seit 2014. 

"Solide finanzielle Ergebnisse"

Douville de Franssu zog aus Anlass des bevorstehenden Wechsels eine positive Bilanz seiner Tätigkeit beim "Institut für die religiösen Werke" IOR. 

Das Institut habe seit 2014 nach einer langen Zeit mit Managementproblemen eine tiefgreifende strukturelle Transformation hinter sich gebracht. Es sei nun international anerkannt und liefere solide finanzielle Ergebnisse. Derzeit diene es 12.000 Kunden weltweit sowie dem Papst und dem Heiligen Stuhl sowie der katholischen Kirche insgesamt.

Kardinal Giuseppe Petrocchi, Präsident der Kardinalskommission, die das IOR leitet, dankte dem scheidenden Bankdirektor für seinen Dienst und für seinen Beitrag zur Erneuerung des IOR. Er sei zuversichtlich, dass die Bank auch unter seinem Nachfolger der universalen Kirche dienen werde.

Vatikanbank

Als "Vatikanbank" wird landläufig das "Institut für die religiösen Werke" (Istituto per le Opere di Religione, IOR) bezeichnet. Das IOR ist jedoch nur im eingeschränkten Sinne eine Bank. Einige bankentypische Dienstleistungen wie die Vergabe von Krediten bietet es nicht an. Hauptzweck des 1942 gegründeten Instituts ist laut Statuten die Verwaltung von Kapital, dessen Erträge "für Werke der Kirche und für christliche Wohltätigkeit in allen Teilen der Welt bestimmt sind".

Hauptsitz der Vatikanbank  / © Romano Siciliani (KNA)
Hauptsitz der Vatikanbank / © Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA