Papst besetzt Leitungsgremium der Vatikanbank nach

Kardinal Artime wird neues Mitglied

Das Geldinstitut IOR ist mit seinen Gewinnen für den Vatikan eine wichtige Einnahmequelle. Die einst geheimnisumwitterte Bank wird von einer Handvoll Kardinäle geleitet und kontrolliert. Ihr Kreis bekommt jetzt Zuwachs.

Der Hauptsitz des Istituto per le Opere di Religione (IOR), der Vatikanbank, am 6. Mai 2018 im Vatikan. / © Stefano dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Der Hauptsitz des Istituto per le Opere di Religione (IOR), der Vatikanbank, am 6. Mai 2018 im Vatikan. / © Stefano dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat ein neues Mitglied für das Kontroll- und Leitungsgremium der Vatikanbank IOR ernannt. Wie das vatikanische Presseamt am Mittwoch mitteilte, machte er den aus Spanien stammenden Kardinal Ángel Fernández Artime (65) zum Mitglied der Kardinalskommission des IOR. 

Kardinal Angel Fernandez Artime, Generaloberer der Salesianer Don Boscos / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Angel Fernandez Artime, Generaloberer der Salesianer Don Boscos / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Damit besteht der Kreis wie schon in früheren Jahren wieder aus sechs Mitgliedern. Vorsitzender ist seit 2024 der Wiener Kardinal Christoph Schönborn (80). Dessen Vorgänger als Vorsitzender war der inzwischen aus dem Kreis ausgeschiedene spanische Kardinal Santos Abril y Castelló (90).

Papst Franziskus machte Artime zum Kardinal

Artime war von 2014 bis 2024 Generaloberer der Salesianer Don Boscos, der neben den Jesuiten größten Ordensgemeinschaft der Welt. Papst Franziskus machte ihn 2023 zum Kardinal und ernannte ihn 2025 zum "Pro-Präfekten des Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens".

Außer Artime und Schönborn gehören die Kardinäle Konrad Krajewski, Giuseppe Petrocchi, Luis Tagle und Emil Tscherrig dem Gremium an. Die Vatikanbank erzielte in den Jahren 2023 und 2024 jeweils einen Gewinn von mehr als 30 Millionen Euro, den sie zu einem Großteil an den Heiligen Stuhl abführte. Die operative Leitung hat seit 2014 der französische Investmentbanker Jean-Baptiste Douville de Franssu (62).

Vatikanbank

Als "Vatikanbank" wird landläufig das "Institut für die religiösen Werke" (Istituto per le Opere di Religione, IOR) bezeichnet. Das IOR ist jedoch nur im eingeschränkten Sinne eine Bank. Einige bankentypische Dienstleistungen wie die Vergabe von Krediten bietet es nicht an. Hauptzweck des 1942 gegründeten Instituts ist laut Statuten die Verwaltung von Kapital, dessen Erträge "für Werke der Kirche und für christliche Wohltätigkeit in allen Teilen der Welt bestimmt sind".

Hauptsitz der Vatikanbank  / © Romano Siciliani (KNA)
Hauptsitz der Vatikanbank / © Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA