Emeritierter Erzbischof Aupetit kündigt Klage an

"Lügnerische Behauptungen"

Der zurückgetretene Pariser Erzbischof Michel Aupetit hat eine Verleumdungsklage gegen das Boulevardmagazin "Paris Match" angekündigt. In der Zeitung "Parisien" bezeichnete er sich als "Opfer einer Intrige" bestimmter "Netzwerke".

Michel Aupetit (m.) nach dem Brand in Notre-Dame (Archiv) / © Guillaume Poli (KNA)
Michel Aupetit (m.) nach dem Brand in Notre-Dame (Archiv) / © Guillaume Poli ( KNA )

Diese hätten es auf ihn abgesehen und entsprechend gehandelt. Er wolle nicht hinnehmen, dass sein "Schweigen als Schuldeingeständnis interpretiert wird".

Französische Medien hatten über Querelen innerhalb der Erzdiözese sowie über angebliche Beziehungen Aupetits zu Frauen berichtet. Aupetit wies dies zurück, räumte aber ein womöglich "mehrdeutiges Verhalten" ein. "Paris Match" veröffentlichte zudem zuletzt eine neue Enthüllungsstory.

"Lügnerische Behauptungen"

Ein mit langer Brennweite (Teleobjektiv) gemachtes Foto auf dem Titelblatt zeigte den 70-Jährigen mit seiner angeblichen "Freundin Laetitia", einer belgischen Theologin, beim Verlassen einer Brasserie; dazu die Titelzeile: "Kein Pardon für den Pariser Erzbischof. Er hatte den Papst belogen." Aupetit dementierte über einen Anwalt scharf und verwahrte sich gegen "lügnerische Behauptungen" und "abstoßende Methoden" des Blatts.

Papst Franziskus hatte den angebotenen Amtsverzicht Aupetits sehr schnell angenommen. Bei seinem Rückflug von Griechenland nach Rom machte er vor einer Woche die Medien für den Rückzug des Erzbischofs verantwortlich. Durch die Zerstörung seines Rufs aufgrund von Gerüchten hätten sie ihm unmöglich gemacht, sein Bistum weiter zu regieren.

Dazu sagte Aupetit nun: "Wenn er mich gefragt hätte, hätte ich den Sturm überstanden." Und weiter:" Ich denke mir, dass er das Gefühl hatte, dass der Vorgang die Diözese schwächen könnte."

Auch Theologin kündigt rechtliche Schritte an

Auf den Versand einer E-Mail im Jahr 2012 an eine Frau, über die die Wochenzeitung "Le Point" Ende November berichtet hatte, berichtete Aupetit, es habe sich um eine Person gehandelt, "die sich, wie es oft passiert, an einen Priester oder Arzt anhängt, weil sie unter Einsamkeit leidet".

Die Frau habe ihm "jeden Tag" geschrieben, und ein Mal habe er einen Brief beantwortet. Ein Mal habe sie Rückenschmerzen gehabt, und, so Aupetit: "Ich gab ihr eine Massage, um sie zu entlasten. Ich erinnere Sie daran, dass ich Arzt bin." Eine Beziehung habe es nicht gegeben.

Zu seinem Verhältnis zu der Belgierin Laetitia Calmeyn sagte Aupetit dem "Parisien": "Es hat nichts mit einer romantischen oder gar sexuellen Beziehung zu tun. Es ist eine Freundschaft." Auch Calmeyn kündigte zuletzt rechtliche Schritte gegen "Paris Match" an.


Quelle:
KNA
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