Leitung der KHKT veröffentlicht Statement mit Klarstellungen

"Davon distanzieren wir uns"

In der Debatte um die Priesterausbildung im Erzbistum Köln hat sich die Leitung der Kölner Hochschule für Katholische Theologie zu Wort gemeldet. In einem Statement sehen sich die Verantwortlichen zu Richtigstellungen verpflichtet.

Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) / © Gerald Mayer (DR)
Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) / © Gerald Mayer ( DR )

In dem Schreiben, das DOMRADIO.DE vorliegt, distanzieren sich die Verantwortlichen der Hochschule von der in ihren Augen "politisch motivierten Benennung als 'Woelki-Hochschule'".

Eine damit unterstellte Einflussnahme auf Forschung und Lehre durch kirchliche Stellen finde in keiner Weise statt und würde auch dem Selbstverständnis als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler widersprechen. Vielmehr setze die KHKT die fast hundertjährige Tradition der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Augustin der Steyler Missionare (PTH) fort, heißt es. Die Steyler Missionare seien der Hochschule weiter eng verbunden.

Wer bei an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) studiere, komme mit einer fundierten und gegenwartsorientierten Theologie ins Gespräch, die sich ihrem Erbe verpflichtet wisse und die sich gerade deswegen zugleich immer auch als Gesellschaftswissenschaft verstehe.

Kein Widerspruch zum Preußenkonkordat

Dem sogenannten Preußenkonkordat zufolge - einem bindenden Vertrag zwischen Land NRW und Vatikan - absolvieren angehende Priester im Erzbistum Köln ihr Theologiestudium in Bonn. Die dortige Uni und weitere Hochschul-Rektoren in NRW warnen, der Aufbau der KHKT könnte diese Vereinbarung verletzen.

Prof. Dr. Christoph Ohly, Rektor der Kölner Hochschule für Katholische Theologie / © Gerald Mayer (DR)
Prof. Dr. Christoph Ohly, Rektor der Kölner Hochschule für Katholische Theologie / © Gerald Mayer ( DR )

Dem widersprechen die Verantwortlichen der KHKT. Ihrer Ansicht nach beleben und bereichern viele Hochschulen in privater Trägerschaft die Landschaft von Forschung und Lehre in Nordrhein-Westfalen und in der Bundesrepublik Deutschland. Man sehe sich hier in guter Gesellschaft mit hervorragenden Kolleginnen und Kollegen vieler Fachbereiche.

Türen stehen "jederzeit offen"

Zudem habe der Standort Köln die schon in kurzer Zeit gelungene Vernetzung in Gesellschaft und Wissenschaft begünstigt, die ein Garant für eine fundierte und nachhaltige theologische Ausbildung und Sprachfähigkeit in der Welt von heute und morgen sei.

Prof. Dr. Dr. Elmar Nass (privat)
Prof. Dr. Dr. Elmar Nass / ( privat )

Bereits jetzt habe man zahlreiche nationale wie internationale wissenschaftliche Kooperationen zum Wohl unserer Studierenden aufbauen und auf Zukunft hin initiieren können, heißt es in dem Statement weiter.

Auch bereichere die Vielfalt von theologischen Fakultäten und Hochschulen die Qualität von Forschung und Lehre. Sie mit Blick auf divergierende Positionen beschneiden zu wollen, widerspreche dem Verständnis von Wissenschaftsfreiheit und Dialogoffenheit, betonten die KHKT-Verantwortlichen.

Man stehe für den Austausch "vernünftiger Argumente". Auch deshalb lade man dazu ein, sich selbst ein Bild der Hochschule zu machen: "Die Türen stehen jederzeit offen".

Information der Redaktion: Hier finden Sie das ganze Statement.

Kölner Hochschule für Katholische Theologie

Die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) liegt mitten in Köln Lindenthal. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule mit Promotionsrecht und bietet den Abschluss Magister, Lizenziat und Dr. theol. Ein besonderer Schwerpunkt der KHKT liegt nach eigenen Angaben auf dem Austausch: mit anderen Religionen und Kulturen. Zudem auch mit allen anderen wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen in Köln und darüber hinaus.  

Quelle:
DR