Huber und Kasper diskutieren über Ökumene im 21. Jahrhundert

"Leipziger Disputation"

Der evangelische Altbischof Wolfgang Huber und der ehemalige "Ökumeneminister" des Vatikans, Kardinal Walter Kasper, kommen an diesem Dienstag in Leipzig zu einem Streitgespräch zusammen - 500 Jahre der "Leipziger Disputation" von Luther und Eck.

Kirche St. Trinitatis in Leipzig / © wald...wiese (shutterstock)
Kirche St. Trinitatis in Leipzig / © wald...wiese ( shutterstock )

Thema nach dem Vorbild der "Leipziger Disputation" vor 500 Jahren werde die Zukunft der Ökumene im 21. Jahrhundert sein. Bei der "Leipziger Disputation" standen sich im Sommer 1519 der Reformator Martin Luther (1483-1546) und der katholische Theologe Johannes Eck (1486-1543) gegenüber. Das rund dreiwöchige theologische Streitgespräch gilt heute als der Moment der endgültigen Abkehr Luthers vom Papsttum.

Kontroversen beider Kirchen

Zu der Debatte am 26. November laden die Evangelische Akademie Meißen, die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen und der Leipziger Universitätsprediger ein. Zwischen Protestanten und Katholiken gebe es auch 500 Jahre nach dem historischen Streitgespräch in Leipzig genügend Kontroversen, hieß es. Dazu zählen den Veranstaltern zufolge die Abendmahlslehre, das Primat des Papstes, die Bioethik oder die Pluralität von Familienformen.

Rolle der Kirche in der Gesellschaft

Zugleich würden sich die beiden großen christlichen Kirchen mit einer fortschreitenden Säkularisierung konfrontiert sehen, die sie dazu dränge, "ihre Rolle in der Gesellschaft neu zu bedenken". Huber war von 1994 bis 2009 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Kardinal Kasper war bis 2010 Präsident des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen.

Cranach d.Ä.: Martin Luther als Augustinermönch, nach 1546 (Ausschnitt) / © Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
Cranach d.Ä.: Martin Luther als Augustinermönch, nach 1546 (Ausschnitt) / © Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
Quelle:
epd
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