Laut Vatikanbotschafter beobachtet Papst Leo deutsche Kirche genau

"Hochrangige Wahrnehmung"

Vatikanbotschafter Bruno Kahl berichtet von großem Interesse des Papstes an Deutschland. Leo XIV. nehme deutsche Sorgen sehr ernst und verfolge die kirchlichen Debatten aufmerksam, sagte der Diplomat beim Heiligen Stuhl im Vatikan.

Bruno Kahl, neuer Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, zu Besuch bei Papst Leo XIV. am 11. Oktober 2025 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Sicilian (KNA)
Bruno Kahl, neuer Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, zu Besuch bei Papst Leo XIV. am 11. Oktober 2025 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Sicilian ( KNA )

Der deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl, Bruno Kahl, hat Papst Leo XIV. ein besonderes Interesse an den kirchlichen Entwicklungen in Deutschland bescheinigt. Papst Leo XIV. nehme sich "die deutschen Sorgen sehr zu Herzen" und widme ihnen "hochrangige Wahrnehmung", sagte Kahl laut einem Bericht der "Südwest Presse" bei einer Veranstaltung im Schwarzwald. 

Der Diplomat zeigte sich überzeugt, dass es trotz aller Spannungen um den Gesprächsprozess "Synodaler Weg" in Deutschland nicht zum Bruch mit Rom komme, "sondern zu einer friedlich-schiedlichen Lösung".

Kahl ist seit Herbst deutscher Botschafter beim Heiligen Stuhl. Er wurde im September von der Bundesregierung ernannt. Zuvor stand er an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes.

Botschafter berichtet von seinen Aufgaben

Kahl beschrieb Papst Leo XIV. als einen "ganz irdischen Menschen, nahbar, zugänglich und sehr nett". Das Kirchenoberhaupt sei ein disziplinierter Zuhörer mit gemäßigten, klaren Botschaften. "In Sachen Diplomatie brennt nichts an", so Kahl über das Verhältnis zwischen Vatikan und Berlin.

Seine Rolle versteht der Diplomat als Vermittler zwischen Deutschland und Rom: "Ich muss Berlin erklären, wie der Vatikan tickt und die Kernpunkte deutscher Politik dem Vatikan vermitteln", so Kahl. Neben dieser Übersetzungsarbeit sehe er sich auch als eine Art Reisebüro in Rom, denn: "Jeder will den Papst sehen."

Quelle:
KNA