Laien-Initiativen formulieren Erwartungen an Katholikentag

"Es muss sich endlich was tun"

Kirchliche Gruppen und Initiativen halten den Deutschen Katholikentag in Stuttgart angesichts der "aktuellen Multikrise für besonders notwendig". Es gelte, die Vision "einer gerechteren und friedvolleren Welt" aufrecht zu erhalten.

Katholikentagsbesucher (Archiv) / © Harald Oppitz (KNA)
Katholikentagsbesucher (Archiv) / © Harald Oppitz ( KNA )

Das sagte der Sprecher von "Wir sind Kirche", Christian Weisner, am Freitag vor Journalisten. Die Kirche brauche den Mut, ihre eigenen Strukturen zu reformieren. Von Bildern wie am Donnerstag in Frankfurt beim Empfang der Eintracht nach dem Gewinn der Europa-League vor geschätzten 200.000 jubelnden Fans sei die katholische Kirche weit entfernt, so Weisner.

Christian Weisner / © Julia Steinbrecht (KNA)
Christian Weisner / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Mechthild Exner-Herforth sagte für die Gruppe Maria 2.0: "Es muss sich endlich etwas tun, und zwar sichtbar. Das fordern wir in Stuttgart ein." Exner-Herforth betonte, ihre Initiative sei kein deutsches Phänomen, wie Reformgegner sagten. Überall auf der Welt solidarisierten sich Frauen und formulierten nahezu identische Forderungen.

Angst und Mutlosigkeit

Der Sprecher der reformorientierten Aktionsgemeinschaft Rottenburg, Klaus Kempter, sprach von "Ängstlichkeit, Mutlosigkeit, Perspektivlosigkeit, Hilflosigkeit und Mangelverwaltung" an der Basis.

Lachende Frauen auf dem 101. Katholikentag in Münster  / © Melanie Trimborn (DR)
Lachende Frauen auf dem 101. Katholikentag in Münster / © Melanie Trimborn ( DR )

Notwendig sei beim Katholikentag ein offener Austausch über die Realität in den Gemeinden. So müsse über Austritte, über die Autorität der Bischöfe und über "vertane Chancen" gesprochen werden.

Einberufung eines Weltkonzils gefordert

Der Sprecher der Initiative pro concilio, Wolfgang Kramer, forderte die Einberufung eines Weltkonzils, auf dem neben Bischöfen auch die Laien angemessen repräsentiert sein müssten.

Die Gruppen und Initiativen beteiligen sich mit rund zwei Dutzend Veranstaltungen am Katholikentag, zu dem von Mittwoch bis Sonntag in Stuttgart zwischen 20.000 und 30.000 Christen erwartet werden.

Katholikentage

Katholikentage sind Treffen, bei denen sich die Kirche mit ihren Verbänden und Institutionen über mehrere Tage öffentlich präsentiert. Sie finden in der Regel alle zwei Jahre in wechselnden Städten statt.

Bei Katholikentagen diskutieren zehntausende Christen über kirchliche und gesellschaftspolitische Themen und feiern Gottesdienste. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK); Gastgeber ist die jeweilige Diözese des Austragungsortes.

Flyer und Becher mit Bleistiften des 102. Deutschen Katholikentags in Stuttgart / © Gerhard Baeuerle (epd)
Flyer und Becher mit Bleistiften des 102. Deutschen Katholikentags in Stuttgart / © Gerhard Baeuerle ( epd )
Quelle:
KNA