Kurschus kritisiert weltweite Ernährungslage

Erntedank im Zeichen von Klimakrise und Krieg

Die Menschen selbst tragen die Verantwortung für die weltweite Ernährungslage, so die Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kurschus. Der Klimawandel ist menschengemacht und bedroht die Ärmsten.

Eine äthiopische Frau teilt gespendeten Weizen in Portionen / © Ben Curtis (dpa)
Eine äthiopische Frau teilt gespendeten Weizen in Portionen / © Ben Curtis ( dpa )

Die weltweite Ernährung wird nach den Worten der Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Annette Kurschus, durch das Handeln von Menschen gefährdet. "Wir können die Verantwortung für Dürren und Überschwemmungen nicht mehr einfach von uns weisen. Der Klimawandel ist menschengemacht, und er trifft zuerst die Ärmsten der Armen", erklärte Kurschus am Freitag anlässlich des Erntedankfestes an diesem Sonntag.

Erntedankfest

Mit dem Erntedankfest danken Kirchen und Landwirte für die eingebrachte Ernte. Christen erinnern seit dem dritten Jahrhundert mit einem eigenen Festtag daran, dass Gott der Schöpfer der Welt ist. Sie verweisen auch auf das "Vater unser", in dem es heißt: "Unser tägliches Brot gib uns heute".

Ein Mann in Indien bei der Weizenernte / © Xinhua (dpa)
Ein Mann in Indien bei der Weizenernte / © Xinhua ( dpa )

Verheerende Auswirkungen des Kriegs

So habe der Krieg in der Ukraine auch für die globale Ernährungslage "verheerende" Auswirkungen. Wegen steigender Nahrungsmittel-, Energie- und Transportpreise habe sich die ohnehin dramatische Hungersituation noch einmal deutlich verschärft, so die EKD-Ratsvorsitzende. "Wenn Menschen über Leichen gehen, können wir das nicht hinnehmen."

Angesichts dieser Situation falle vielen Menschen der Dank für die "Fülle, die wir selbst erleben", schwer. "Und doch darf uns der staunende Dank nicht verloren gehen. Er lockt und weckt und stört uns auf in allem trägen oder resignierten 'Weiter so!'", betonte Kurschus. Sie appellierte an die Menschen, umzukehren auf einen Weg, der niemanden zum Verlierer mache: "Auf einen Weg des Danks, der um Gottes willen nichts und niemanden verloren gibt. Auf einen Weg der Umkehr zu mehr Gerechtigkeit."

Quelle:
KNA