Konferenz beschäftigt sich mit der digitalen Erinnerungskultur

Tiktok und Hologramme

Die Zahl der Zeitzeugen, die über die Verbrechen der Nazis berichten können, wird kleiner. Wie aber kann über ihren Tod hinaus angemessen an die Schoah erinnert werden? Eine Konferenz blickt vor allem auf das Digitale.

Kuppel in der "Halle der Namen" in Yad Vashem / © Andrea Krogmann (KNA)
Kuppel in der "Halle der Namen" in Yad Vashem / © Andrea Krogmann ( KNA )

Mit der Zukunft und Veränderung von Erinnerungskultur beschäftigt sich ab Dienstag eine zweitägige Konferenz in Berlin. Ausgerichtet wird sie von der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, zwei Wochen vor dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.

Digitales Gedenken stärken

Schwerpunkte der Konferenz sind das digitale Gedenken, seine Formen sowie Chancen und Risiken. Dabei soll unter anderem über Hologramme als Zeitzeugen diskutiert werden. Hintergrund ist, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, die aus erster Hand über die Schoah berichten können. Auf dem Programm stehen zudem Formen des Erinnerns in den Sozialen Medien.

Am Mittwoch geht es unter anderem um Fragen der pädagogischen Vermittlung, zum Beispiel in Gedenkstätten. Zu der Tagung wird auch die Auschwitz-Überlebende und Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees, Eva Umlauf, erwartet. Als Podiumsgäste werden außerdem Wissenschaftler erwartet sowie der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und die brandenburgische Kulturministerin Manja Schüle (SPD). Beginn der Veranstaltung ist am Dienstag um 14.00 Uhr.

Der Holocaust: systematischer Völkermord an sechs Millionen Menschen

Holocaust ist die nahezu weltweit gebräuchliche Bezeichnung für den Völkermord an der jüdischen Bevölkerung Europas durch die Nationalsozialisten. Ihm fielen etwa sechs Millionen Menschen zum Opfer. In Polen wurden rund 90 Prozent der Menschen jüdischen Glaubens umgebracht, in anderen europäischen Ländern wie in Ungarn oder den Niederlanden mehr als 70 Prozent. Der Begriff Holocaust stammt vom griechischen Wort "holokauston" und bedeutet Brandopfer (wörtlich: "ganz verbrannt").

Zaun in Auschwitz-Birkenau / © Markus Nowak (KNA)
Zaun in Auschwitz-Birkenau / © Markus Nowak ( KNA )
Quelle:
KNA