US-Bischöfe verabschieden Eucharistie-Dokument

Kommunionsverbot bleibt unerwähnt

Die US-Bischofskonferenz hat sich auf ein Papier zur Eucharistie verständigt. Auf ein Kommunionsverbot für Politiker, die für die Legalisierung von Abtreibungen sind, verzichten sie darin. Gemeint war damit vor allem Präsident Biden.

Bei der Kommunionausteilung / © Harald Oppitz (KNA)
Bei der Kommunionausteilung / © Harald Oppitz ( KNA )

Die katholische Bischofskonferenz der USA hat mit überwältigender Mehrheit ein viel debattiertes Lehrdokument mit dem Titel "Das Geheimnis der Eucharistie im Leben der Kirche" verabschiedet. Das Papier solle Kirchenmitgliedern die Bedeutung des Sakraments näher bringen und eine erhoffte "eucharistische Erneuerung" stärken, betonten die Bischöfe am Mittwoch (Ortszeit) auf ihrer Herbstversammlung in Baltimore im US-Staat Maryland. Nicht erwähnt wurden darin von manchen konservativen Bischöfen vorgebrachte und auch viel kritisierte Forderungen nach einem Kommunionsverbot für im öffentlichen Leben stehende Katholiken, die sich dem kirchlichen Nein zur Abtreibung widersetzen.

Halbe Stunde Debatte vor der Abstimmung

Gemeint war damit vor allem US-Präsident Joe Biden. Der praktizierende Katholik tritt für die Legalisierung von Abtreibungen ein. Das beschlossene Dokument nennt keine Namen. Laut Informationsdienst Catholic News Service heißt es darin jedoch, niemand solle die Heilige Kommunion empfangen, wenn er von schwerer Sünde ohne vorherige Beichte und Freisprechung belastet sei. Wer wissentlich und beharrlich die Lehren der Kirche zu moralischen Fragen ablehne, solle dem Empfang der Kommunion fern bleiben.

222 Bischöfe stimmten für und acht gegen das Dokument. Vor der Abstimmung hatten sie rund eine halbe Stunde debattiert. Laut Medienberichten soll bereits am Montag hinter verschlossenen Türen eine Diskussion über das Papier stattgefunden haben.

Ortsbischöfe bestimmen über Ausschluss von der Kommunion

Bischofskonferenz-Präsident Erzbischof José Gomez mahnte, eine verstärkte Hinwendung zu den Sakramenten sei notwendig, um "menschliche Gleichgültigkeit und soziale Ungerechtigkeit" zu überwinden. Laut Kirchenrecht bestimmen Ortsbischöfe, ob bestimmte Menschen in ihrer Diözese von der Kommunion ausgeschlossen werden. Als Zugeständnis an Befürwortern stärkerer Kontrolle wertete das Jesuitenmagazin "America" eine Passage, Bischöfe hätten eine besondere Verantwortung zum Schutz der "Integrität des Sakraments".

Papst Franziskus hatte sich von der Idee eines Ausschlusses distanziert. Im September erklärte der Papst, er habe noch nie jemandem die Kommunion verweigert. Ende Oktober hat Franziskus Biden zu einer Privataudienz empfangen. Der US-Präsident erklärte laut CNN, Franziskus habe zu ihm gesagt, er sei ein "guter Katholik". Die Versammlung in Baltimore war die erste Präsenzkonferenz der US-Bischöfe seit Beginn der Corona-Pandemie.

Joe Biden und Papst Franziskus / © Romano Siciliani (KNA)
Joe Biden und Papst Franziskus / © Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
epd
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